ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

US-Dollar bleibt stark – Yen-Interventionen verpuffen ohne BOJ-Zinserhöhung

Eine Reuters-Umfrage unter rund 60 Devisenstrategen zeigt: Der Dollar hält seine Stärke, der Yen bleibt strukturell schwach.

5. August 2026 3 Min
US-Dollar bleibt stark – Yen-Interventionen verpuffen ohne BOJ-Zinserhöhung

Der US-Dollar wird sich in den kommenden Monaten stabil behaupten, bevor er im weiteren Jahresverlauf leicht nachgibt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Reuters-Umfrage unter rund 60 Devisenstrategen, die zwischen dem 31. Juli und dem 5. August durchgeführt wurde. Gleichzeitig lieferte die Umfrage einige der schwächsten Konsensprognosen für den japanischen Yen seit Beginn der Erhebungen in den frühen 1990er Jahren.

Der Dollar hat in diesem Jahr bereits rund 2% zugelegt. Angesichts einer robusten US-Wirtschaft und möglichem Inflationsdruck könnte die Federal Reserve gezwungen sein, die Zinsen früher als erwartet anzuheben – was den Greenback weiter stützen würde. Kit Juckes, Chef-Devisenstratege bei der Société Générale, kommentierte: „Ich vertrete weiterhin die Ansicht, dass der Dollar stark bleiben wird, solange die US-Wirtschaft robust ist. Ich glaube jedoch nicht, dass er dramatische Sprünge machen wird – wir werden uns entweder in einer Handelsspanne bewegen oder eine weitere Aufwärtsbewegung erleben, je nachdem, wie die kommenden Wirtschaftsdaten ausfallen."

Für den Euro prognostiziert die Umfrage einen Kurs von rund 1,15 US-Dollar in den nächsten drei Monaten. Bis Ende Januar soll der Euro auf etwa 1,16 Dollar zulegen und in einem Jahr auf 1,18 Dollar erstarken. Diese Prognosen setzen eine Abkehr von früheren Erwartungen stärkerer Dollar-Rückgänge fort. Fast die Hälfte der 53 Befragten – 25 Strategen – erwartet, dass die aktuellen Long-Positionen im Dollar bis Ende August weitgehend unverändert bleiben.

Yen-Interventionen ohne nachhaltige Wirkung

Trotz koordinierter Interventionen aus Tokio und Washington legte der Yen zuletzt nur rund 4% gegenüber dem Dollar zu – ohne den Höchststand der vorangegangenen Intervention im Mai zu erreichen. Fast 95% der Befragten sind überzeugt, dass Währungsinterventionen allein die Schwäche des Yen nicht nachhaltig eindämmen können. Nahezu alle, die dieser Einschätzung zustimmten, betonten: Die Bank of Japan (BOJ) müsse die Zinsen anheben, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen.

Ales Koutny, Leiter internationale Zinssätze bei Vanguard, brachte es auf den Punkt: „Interventionen können wirksam sein, um das Tempo der Abwertung zu verlangsamen, übermäßige Marktbewegungen zu reduzieren und kurzfristige Unterstützung zu bieten, aber die Geschichte zeigt, dass ihre Wirkung ohne eine Änderung der zugrunde liegenden Fundamentaldaten relativ schnell verpufft." Er ergänzte, dass groß angelegte Interventionen in der Vergangenheit zwar bedeutende Bewegungen für Tage oder Wochen bewirkt hätten – aber nicht für Monate.

Die Median-Prognosen der Umfrage zeigen: Der Yen, der derzeit bei etwa 158 Yen je Dollar notiert, dürfte in drei Monaten auf 159 Yen nachgeben, bevor er in sechs Monaten auf 157 und in einem Jahr auf 154 Yen je Dollar zulegt. Die Drei- und Sechs-Monats-Mediane wurden dabei nach oben korrigiert – auf die schwächsten Konsenswerte seit Beginn der Reuters-Umfragen im Jahr 1993. Seit Anfang 2022 hat der Yen gegenüber dem Dollar trotz mehrfacher Interventionen rund 30% an Wert verloren.

Strukturelle Schwäche des Yen bleibt das Kernproblem

Kit Juckes von der Société Générale beschrieb die fundamentale Lage des Yen so: „Sich selbst überlassen, ist der Yen nach den meisten Maßstäben eine billige Währung, da er von einer schwachen Wirtschaft gestützt wird, und während die Zinsen zwar steigen mögen, sind sie doch recht niedrig. Es gibt weiterhin langfristige Schuldenbedenken. Zudem gibt es Fragen zum potenziellen Wachstum angesichts der demografischen Kennzahlen. All das hat die Währung geschwächt."

Für eine dauerhafte Erholung des Yen wären laut Koutny mehrere Faktoren notwendig: eine restriktivere BOJ, eine deutliche Verringerung der Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan, niedrigere Energiepreise oder eine breitere wirtschaftliche Verlangsamung, die japanische Investoren zur Rückführung von Kapital ins Inland bewegt.

Die BOJ zögerte bislang, die Kreditkosten häufiger als einmal alle sechs Monate zu erhöhen – unter anderem wegen einer schwachen Wirtschaft. Zinsfutures signalisieren jedoch eine weitere Zinserhöhung im Oktober, nachdem die BOJ die Zinsen im Juni auf 1% angehoben hatte. Derek Halpenny, Leiter der globalen Marktforschung EMEA bei der Mitsubishi UFJ Financial Group, sieht die Phase der koordinierten Interventionen vorerst als abgeschlossen an: „Die Interventionen sind wahrscheinlich abgeschlossen. Ich glaube nicht, dass die USA erneut eingreifen werden. Es ist eine bedeutende Entwicklung, und ich denke, sie schränkt die Bereitschaft zum Kauf von Dollar/Yen in viel stärkerem Maße ein als bei früheren Interventionsphasen, in denen nur Japan intervenierte."

Us-DollarJapanischer YenDevisenmarktBank Of JapanWährungsinterventionReuters-UmfrageWechselkursFederal Reserve

Disclaimer