US-Dollar schwächelt nach Berichten über US-iranisches Waffenstillstandsabkommen
Berichte über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran belasten den Greenback und beenden eine zweiwöchige Gewinnserie.

Der US-Dollar hat am Freitag seine Schwäche gegenüber den wichtigsten Währungen ausgeweitet und steuert auf einen Wochenverlust zu. Auslöser waren Berichte, wonach die USA und der Iran eine Einigung über die Verlängerung des Waffenstillstands im Nahen Osten erzielt haben. Das Abkommen soll zudem die Schifffahrtsbeschränkungen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus aufheben.
Laut vier Quellen, die gegenüber Reuters sprachen, würde das Abkommen den Waffenstillstand um weitere 60 Tage verlängern. Gleichzeitig soll der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder ermöglicht werden, während Unterhändler schwierige Themen wie das iranische Atomprogramm weiter verhandeln. Das Abkommen bedarf noch der Zustimmung von US-Präsident Trump.
Die Ölpreise reagierten mit Verlusten auf die Nachrichten, da die geopolitische Risikoprämie nachließ. Entsprechend sank auch die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen. Die Kursbewegungen hielten sich jedoch in Grenzen, da Anleger nach widersprüchlichen Signalen aus Washington und Teheran zu Beginn der Woche vorsichtig blieben.
Devisenmärkte im Überblick
Der Euro notierte im asiatischen Handel bei 1,1653 US-Dollar, ein Plus von 0,03 Prozent. Das britische Pfund hielt sich unverändert bei 1,3445 Dollar. Der australische Dollar stabilisierte sich bei 0,7164 Dollar, während der neuseeländische Dollar um 0,2 Prozent auf 0,5946 Dollar zulegte – nahe dem höchsten Stand seit mehr als zwei Wochen.
Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb wichtiger Währungen misst, notierte weitgehend unverändert bei 98,997. Nach einem Rückgang von 0,2 Prozent am Donnerstag schickt sich der Index nun an, eine zweiwöchige Gewinnserie zu beenden und die Woche rund 0,3 Prozent tiefer abzuschließen.
„Es könnte gut sein, dass wir nach dem Ende dieser Krise im Iran und im Nahen Osten eine anhaltende Schwäche des US-Dollars sehen werden", sagte Massimiliano Castelli, Leiter der Strategie im Team für globale Staatsmärkte bei UBS Asset Management. Der Konflikt habe die Dollarschwäche aufgrund der Nachfrage nach sicheren Häfen vorübergehend gestoppt, doch viele Anleger seien weiterhin bestrebt, ihre Bestände weg von US-Dollar-Anlagen zu diversifizieren.
Yen profitiert – Fed bleibt abwartend
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Zur AktienanalyseDer japanische Yen wertete im Zuge der allgemeinen Dollarschwäche auf 159,27 Yen pro Dollar auf. Damit entfernte sich die japanische Währung von der psychologisch wichtigen Marke von 160 Yen, die in der Vergangenheit wiederholt zu Interventionen der japanischen Behörden geführt hatte.
Auf der Datenseite stiegen die US-Inflationszahlen für April so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr. Getrieben wurde dieser Anstieg durch höhere Energiepreise infolge des Iran-Krieges. Dies festigte die Einschätzung von Ökonomen, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinssätze bis weit in das nächste Jahr hinein unverändert lassen wird – ein weiterer Belastungsfaktor für den Dollar, da Zinssenkungshoffnungen ausbleiben.


