US-Dollar stabilisiert sich vor Fed-Entscheidung unter Kevin Warsh
Nach vier Verlusttagen pausiert der Greenback – Anleger warten auf Fed-Signale und Details zum Iran-Waffenstillstand.

Der US-Dollar hat sich am Mittwoch nach vier aufeinanderfolgenden Verlusttagen stabilisiert. Der US-Dollar-Index notierte weitgehend unverändert bei 99,55 und bewegte sich damit in der Nähe eines Zehntages-Tiefs. Händler hielten sich vor der anstehenden Bekanntgabe der Fed-Entscheidung mit größeren Richtungswetten zurück.
Im Mittelpunkt des Marktinteresses steht die erste geldpolitische Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Warsh hatte den Fed-Vorsitz im vergangenen Monat übernommen und steht nun vor seinem ersten großen geldpolitischen Test. An den Märkten wird allgemein erwartet, dass die Zinssätze unverändert bleiben.
Warsh im Fokus: Zinssenkungen oder Straffung?
Die Anleger konzentrieren sich weniger auf die Zinsentscheidung selbst als vielmehr auf die aktualisierten Wirtschaftsprognosen und Warshs erste Pressekonferenz nach der Sitzung. Dabei geht es vor allem um Hinweise auf den künftigen Kurs der Geldpolitik. Im Hintergrund schwelen anhaltende Sorgen, dass die Inflation über dem Zielwert der Zentralbank bleiben könnte.
Die Analysten der niederländischen Großbank ING bringen die Lage auf den Punkt: „Da Brent unter 80 Dollar je Barrel notiert, nachdem gestern Einzelheiten zum Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran bekannt wurden, ist der Greenback zunehmend auf die Erwartungen einer Straffung durch die Fed in diesem Jahr angewiesen. Er benötigt daher die Bestätigung, dass die Entscheidungsträger – und insbesondere der neue Vorsitzende Kevin Warsh – ernsthaft offen für Zinserhöhungen sind, auch wenn es fast sicher ist, dass die Zinsen heute unverändert bleiben."
Die ING-Analysten warnen zugleich vor einem möglichen Kursrutsch beim Dollar: „Sollten Warsh oder der breitere FOMC eine Haltung signalisieren, die eindeutig im Widerspruch zur Markteinpreisung steht, würde der Dollar aus unserer Sicht kräftig abverkauft."
Iran-Abkommen belastet Ölpreis und stützt Risikobereitschaft
Parallel zur Fed-Debatte sorgt ein Interimsabkommen zwischen Washington und Teheran für Bewegung an den Märkten. Die Risikostimmung hatte sich Anfang der Woche deutlich verbessert, nachdem Details der Vereinbarung am Dienstag bekannt wurden. Das Abkommen könnte den Weg für die Wiederöffnung der Straße von Hormus und eine schrittweise Rückkehr iranischer Öllieferungen auf die Weltmärkte ebnen.
Gemäß dem vorgeschlagenen Abkommen dürfte der Iran seine Ölexporte unmittelbar nach der Umsetzung wieder aufnehmen. In der Atomfrage hat der Iran zugestimmt, keine Atomwaffen anzustreben oder zu erwerben. Zudem soll der weitere Ausbau des iranischen Atomprogramms während einer 60-tägigen Verhandlungsphase eingefroren werden.
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Zur AktienanalyseDie Aussicht auf mehr iranisches Öl auf dem Weltmarkt drückte den Brent-Rohölpreis unter die Marke von 80 Dollar je Barrel. Dies schwächt indirekt den Dollar, da Rohstoffwährungen und risikobehaftete Anlagen in einem solchen Umfeld tendenziell profitieren.
Devisenmärkte im asiatischen Handel ruhig
Die Devisenmärkte zeigten sich im asiatischen Handel insgesamt verhalten. Sowohl das japanische Yen-Paar USD/JPY als auch der australische Dollar AUD/USD notierten weitgehend unverändert. Die Marktteilnehmer warteten ab, bevor sie neue Positionen eingehen – ein klares Zeichen dafür, dass die Fed-Entscheidung und Warshs Pressekonferenz als richtungsweisend für die kurzfristige Dollar-Entwicklung gelten.


