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US-Dollar steuert auf besten Monat seit fast einem Jahr zu

Golfspannungen, Fed-Zinspfad und Arbeitsmarktdaten treiben den Greenback auf Monatshoch.

US-Dollar steuert auf besten Monat seit fast einem Jahr zu

Der US-Dollar befindet sich auf Kurs für seinen größten monatlichen Zuwachs seit fast einem Jahr. Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb wichtiger Währungen misst, legte im Juni um 2,5 Prozent zu – der stärkste Monatsgewinn seit Juli des Vorjahres. Trotz einer leichten Defensive am Montag stützen gleich mehrere Faktoren die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen.

Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran belasten die Märkte erheblich. Zwar einigten sich beide Seiten nach verbalen Auseinandersetzungen am Wochenende darauf, ihre gegenseitigen Angriffe einzustellen und sich am Dienstag in Katar zu treffen. Dennoch bleibt die Lage fragil. Angriffe auf den Energietransport in der Straße von Hormus ließen die Ölpreise am Montag steigen und verstärkten die Nachfrage nach dem Dollar als Sicherheitswährung.

Schwäche bei Euro, Pfund und Rohstoffwährungen

Der Euro notierte unverändert bei 1,1387 Dollar, nachdem er in der Vorwoche ein 13-Monats-Tief gegenüber dem Greenback erreicht hatte. Im Monatsverlauf verbucht die Gemeinschaftswährung ein Minus von 2,3 Prozent. Das britische Pfund gab 0,1 Prozent auf 1,3198 Dollar nach und verlor im Juni rund 2 Prozent.

Besonders deutlich traf es die rohstoffnahen Währungen: Der australische Dollar verlor im Monatsverlauf 4,1 Prozent und notierte zuletzt bei 0,6885 Dollar. Der Neuseeland-Dollar büßte sogar 5,9 Prozent ein und stand bei 0,5635 Dollar. Der japanische Yen verharrte bei 161,75 und damit weiterhin in der Nähe eines 40-Jahres-Tiefs gegenüber dem Dollar.

Neben den geopolitischen Risiken am Golf spielen auch geldpolitische Faktoren eine entscheidende Rolle für die Dollar-Stärke. Das überraschend restriktive Debüt von Kevin Warsh als neuem Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve Anfang des Monats hat die Markterwartungen für Zinssenkungen in diesem Jahr deutlich zurückgeschraubt. Hinzu kommt ein von Technologiewerten angeführter globaler Ausverkauf an den Aktienmärkten, der Anleger in den sicheren Hafen Dollar treibt.

Arbeitsmarktdaten und EZB-Forum im Fokus

Alle Augen richten sich nun auf die in dieser Woche anstehenden US-Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft sowie die Arbeitslosenquote. Diese Zahlen könnten neue Hinweise auf die Stärke des US-Arbeitsmarkts und den weiteren Kurs der Fed-Geldpolitik liefern. „Wir erwarten, dass der USD in den kommenden Wochen aufgrund des Narrativs des ‚US-Exzeptionalismus' weiter zulegen wird", schrieb Joseph Capurso, Leiter der Devisenanalyse bei der Commonwealth Bank of Australia. Ein starker und sich verbessernder Arbeitsmarkt sei ein Rezept für höhere US-Zinsen und damit für einen stärkeren Dollar, so Capurso.

Parallel dazu steht das jährliche Forum der Europäischen Zentralbank unter genauer Beobachtung. EZB-Präsidentin Christine Lagarde eröffnet das Forum am Montag. Am Mittwoch folgt eine wichtige geldpolitische Podiumsdiskussion, an der auch Fed-Chef Warsh teilnimmt. Die Märkte erhoffen sich dabei eine klarere Einschätzung des neuen Fed-Vorsitzenden zur künftigen Zinspolitik – vor dem Hintergrund niedrigerer Ölpreise, des Golfkonflikts und der anhaltenden Volatilität an den Aktienmärkten.

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