US-Einzelhandelsumsätze im März steigen stärker als erwartet
Höhere Benzinpreise treiben die amerikanischen Konsumausgaben im März auf den stärksten monatlichen Anstieg seit über drei Jahren.

Die US-Einzelhandelsumsätze sind im März um 1,7 % gegenüber dem Vormonat gestiegen – das ist der kräftigste monatliche Zuwachs seit mehr als drei Jahren. Das teilte die US-Statistikbehörde Census Bureau mit. Damit übertrafen die Daten die Erwartungen der vom Wall Street Journal befragten Ökonomen, die lediglich ein Plus von 1,5 % prognostiziert hatten.
Im Vergleich zum Februar, der einen revidierten monatlichen Anstieg von 0,7 % verzeichnete, beschleunigte sich das Wachstum der Konsumausgaben damit deutlich. Ein wesentlicher Treiber des starken Märzwerts waren höhere Benzinpreise, die die Umsätze an Tankstellen nach oben trieben.
Solide Zahlen auch abseits der Tankstellen
Doch der Bericht überzeugte nicht nur dank der Energiekomponente. Auch die sogenannte „Kontrollgruppe" – eine von Ökonomen besonders aufmerksam verfolgte Kategorie, die volatile Posten wie Benzin, Autos und Baumaterialien herausrechnet – legte um rund 0,7 % zu. Diese Kennzahl gilt als verlässlicherer Indikator für die tatsächliche Konsumstärke der amerikanischen Haushalte.
Die Kontrollgruppe fließt direkt in die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ein und liefert damit wichtige Hinweise auf die Entwicklung der US-Wirtschaftsleistung. Ein Anstieg in dieser Kategorie deutet auf eine potenzielle Stärke der Konsumzahlen hin, die in die erste Schätzung des Wirtschaftswachstums für das Jahr 2026 einfließen werden.
Bedeutung für das US-Wirtschaftswachstum
Diese erste BIP-Schätzung für 2026 soll bereits in der kommenden Woche veröffentlicht werden und die Monate Januar, Februar und März umfassen. Die soliden Einzelhandelsdaten aus dem März könnten dabei als positives Signal für die Gesamtwirtschaft gewertet werden.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Beobachter der US-Konjunktur sind diese Zahlen von besonderer Bedeutung: Der private Konsum ist die wichtigste Stütze der amerikanischen Wirtschaft und macht rund zwei Drittel des BIP aus. Starke Konsumausgaben signalisieren in der Regel eine robuste Binnenwirtschaft – auch wenn ein Teil des Anstiegs auf höhere Energiepreise zurückzuführen ist, die die Kaufkraft der Verbraucher gleichzeitig belasten können.
Die März-Daten liefern damit ein gemischtes, insgesamt aber positives Bild der US-Konjunktur: Der Konsum zeigt sich widerstandsfähig, und die Basiswerte für das erste Quartal 2026 fallen besser aus als von vielen Marktteilnehmern erwartet.


