US-Erdgas-Preise explodieren: Kältewelle bedroht globalen LNG-Markt
Eine extreme Kältewelle in den USA lässt die Erdgas-Futures um fast 70 Prozent auf 5,35 Dollar pro mmBtu steigen – der höchste Stand seit Dezember 2022. Die eisigen Temperaturen treiben die Nachfrage in die Höhe und drosseln gleichzeitig die Produktion.

Die Vereinigten Staaten erleben derzeit eine der schwersten Kältewellen der letzten Jahre – mit dramatischen Folgen für den Erdgasmarkt. Die US-Erdgas-Futures sind innerhalb einer Woche um nahezu 70 Prozent auf 5,35 Dollar pro Million British Thermal Units (mmBtu) hochgeschnellt. Dieser Preisanstieg markiert den höchsten Stand seit Dezember 2022 und könnte weitreichende Auswirkungen auf den globalen Flüssigerdgas-Markt (LNG) haben.
Rekordnachfrage trifft auf schrumpfendes Angebot
Laut Prognosen von LSEG wird die extreme Kälte die inländische Gasnachfrage in dieser Woche auf 156 Milliarden Kubikfuß pro Tag (bcfd) treiben – deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt für Januar von 137 bcfd. Gleichzeitig kämpfen Bohrunternehmen mit massiven Produktionsausfällen. Besonders betroffen ist das wichtige Permian-Schieferbecken in Texas und New Mexico, wo sogenannte "Freeze-offs" die Förderung beeinträchtigen.
Bei diesen Freeze-offs frieren Wasser und andere Flüssigkeiten im Gasstrom ein, was die Produktion zwangsweise stoppt. Die durchschnittliche US-Gasproduktion ist laut LSEG-Daten im Januar bereits auf 108,4 bcfd gesunken – nach einem Rekordwert von 109,7 bcfd im Dezember. Experten rechnen mit einer weiteren Verschärfung, sollten die Temperaturen weiter sinken.
Globale LNG-Märkte unter Druck
Die angespannte Versorgungslage in den USA könnte auch deutsche und europäische Energiemärkte belasten. Ein knapperes US-Angebot reduziert voraussichtlich die LNG-Exporte, da Verflüssigungsanlagen weniger Einspeisegas zur Verfügung steht. Dies ist besonders brisant, da Europa nach wie vor stark auf amerikanisches Flüssigerdgas angewiesen ist, um die wegfallenden russischen Gaslieferungen zu kompensieren.
Historische Parallelen warnen
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Zur AktienanalyseDie aktuelle Situation erinnert an frühere Kältewellen, die bereits mehrfach die US-Öl- und Gasproduktion lahmgelegt haben. Eine zehntägige Kältewelle im Januar 2024 führte laut Daten der U.S. Energy Information Administration zu erheblichen Produktionsausfällen. Die Erfahrung zeigt: Wenn die USA friert, bekommt der globale Energiemarkt eine Erkältung.
Für Investoren und Energieunternehmen bedeutet dies erhöhte Volatilität und Unsicherheit. Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich die Lage entspannt oder ob weitere Preissteigerungen bevorstehen. Anleger sollten die Entwicklung der Temperaturen und Produktionszahlen genau im Auge behalten.


