US-Ermittlungen gegen Stablecoin Tether eingeleitet
Verdacht auf illegale Geschäfte und politische Bedeutung im Wahlkampf

Die Kryptowährung Tether, ein sogenannter Stablecoin, der an den US-Dollar gekoppelt ist, steht offenbar im Zentrum strafrechtlicher Untersuchungen in den USA. Medienberichten zufolge hat die Staatsanwaltschaft in Manhattan Ermittlungen eingeleitet, um zu prüfen, ob Tether von Dritten zur Finanzierung illegaler Aktivitäten wie Drogenhandel, Terrorismus und Hacking verwendet wurde oder um Geld zu waschen. Das US-Finanzministerium soll zudem erwägen, Tether auf die Sanktionsliste zu setzen, da die Kryptowährung angeblich auch von Gruppen wie der Hamas und russischen Waffenhändlern genutzt werde.
Diese Entwicklungen ließen am Freitag die Preise für Kryptowährungen leicht sinken. Der Bitcoin, die größte digitale Währung, verlor zunächst an Wert, erholte sich jedoch und lag am späten Abend immer noch rund zwei Prozent im Minus. Tether selbst wies die Anschuldigungen entschieden zurück. In einer Stellungnahme betonte das Unternehmen, es habe „keine Kenntnis von den erwähnten Untersuchungen“ und die Vorwürfe seien „haltlos“. Tether habe zudem in der Vergangenheit stets mit Behörden zusammengearbeitet, um gegen den Missbrauch von Kryptowährungen vorzugehen.
Mit einem täglichen Handelsvolumen von bis zu 190 Milliarden Dollar gilt Tether als die am meisten gehandelte Kryptowährung weltweit. Ihre Bedeutung für das Krypto-Ökosystem sei enorm, betonen Investoren. Der Stablecoin soll durch seine Kopplung an den US-Dollar Stabilität in den Kryptomarkt bringen, da sein Wert stets bei einem Dollar liegt. Trotz der laufenden Ermittlungen arbeitet das Unternehmen weiterhin daran, seine Compliance-Bemühungen zu verstärken. So ging Tether im Mai eine Partnerschaft mit dem Analysehaus Chainalysis ein, dessen Software von Behörden wie dem FBI genutzt wird, um verdächtige Transaktionen zu überwachen.
Der Bericht über die Ermittlungen gegen Tether hat auch Auswirkungen auf den US-Wahlkampf. Kryptowährungen sind ein wichtiges Thema, und die US-Regulierungsbehörden unter Präsident Joe Biden haben bereits Maßnahmen gegen mehrere große Krypto-Unternehmen ergriffen. Binance, eine der größten Kryptobörsen, musste im April eine Strafe von 4,3 Milliarden Dollar zahlen, nachdem ihr Gründer Changpeng Zhao zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Im Gegensatz dazu versucht sich Donald Trump als „Krypto-Präsident“ zu positionieren. Er und seine Familie halten Anteile an einem Krypto-Start-up, und ein Berater aus Trumps Umfeld leitet auch eine Investmentbank, die Tether als Kunden zählt.
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Zur AktienanalyseIm September stellte Tether zudem Jesse Spiro als Cheflobbyisten ein, einen Experten für Krypto-Regulierung, der zuvor bei PayPal und Chainalysis tätig war. Mit diesen Maßnahmen versucht das Unternehmen, seine Position in einem zunehmend regulierten Umfeld zu sichern.


