US-Finanzminister Bessent: Iran-Krieg bremst Wirtschaftswachstum dieses Quartal
Scott Bessent erwartet eine Wachstumsverlangsamung, sieht die US-Wirtschaft aber grundsätzlich in guter Verfassung.

US-Finanzminister Scott Bessent hat am Mittwoch in einem Interview mit dem Sender CNBC eingeräumt, dass der Iran-Krieg das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten im laufenden Quartal spürbar bremsen wird. Trotz dieser Einschätzung zeigte sich Bessent zuversichtlich: Die Wirtschaft befinde sich in einer guten Verfassung und werde sich wieder erholen.
Bessent betonte zudem, dass die gestiegenen Ölpreise die Inflationserwartungen bislang offenbar nicht belasten. Dies ist für Anleger und Verbraucher gleichermaßen eine wichtige Botschaft, da steigende Energiepreise in der Vergangenheit häufig als Inflationstreiber wirkten und die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve unter Druck setzten.
Geopolitische Lage belastet Konjunkturausblick
Der Konflikt mit dem Iran bildet den Hintergrund für diese Aussagen. Berichten zufolge entsenden die USA weitere 10.000 Soldaten in den Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Iran-Krieg derweil als „fast beendet" und schürte damit Hoffnungen auf weitere Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Auch Europa reagiert auf die veränderte Sicherheitslage: Laut dem Wall Street Journal beschleunigt die EU einen NATO-Ausweichplan für den Fall eines möglichen US-Austritts unter Trump.
Die Finanzmärkte reagierten auf das geopolitische Umfeld verhalten. Futures bewegten sich angesichts der Hoffnungen auf US-Iran-Gespräche und einer Flut an Quartalszahlen in engen Spannen. Investoren wägen derzeit die geopolitischen Risiken gegen mögliche diplomatische Fortschritte ab.
Bedeutung für deutsche Anleger
Für deutsche Privatanleger ist die Lage aus mehreren Gründen relevant. Erstens beeinflusst das US-Wirtschaftswachstum die globalen Kapitalmärkte direkt – eine Verlangsamung der weltgrößten Volkswirtschaft wirkt sich erfahrungsgemäß auch auf europäische Aktien und Anleihen aus. Zweitens sind die Ölpreise ein zentraler Faktor für die Inflation in der Eurozone, da Europa stark von Energieimporten abhängig ist.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseSollte sich Bessents Einschätzung bewahrheiten und die US-Wirtschaft nach einer vorübergehenden Schwächephase tatsächlich erholen, könnte dies die Stimmung an den internationalen Börsen stabilisieren. Die Aussage, dass Ölpreise die Inflationserwartungen nicht belasten, dürfte auch die Europäische Zentralbank (EZB) aufmerksam verfolgen, da sie ihre eigene Zinspolitik eng an der Inflationsentwicklung ausrichtet.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die diplomatischen Signale rund um den Iran-Konflikt zu einer Deeskalation führen und damit den Weg für eine rasche wirtschaftliche Erholung in den USA freimachen – oder ob die geopolitischen Unsicherheiten die Konjunktur länger als erwartet belasten werden.


