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US-Finanzministerium hält Anleiheauktionen stabil und setzt auf T-Bills

Zollrückerstattungen von bis zu 166 Milliarden Dollar erhöhen den Druck auf die US-Schuldenfinanzierung erheblich.

US-Finanzministerium hält Anleiheauktionen stabil und setzt auf T-Bills

Das US-Finanzministerium wird die Volumina seiner Anleiheauktionen voraussichtlich das neunte Quartal in Folge stabil halten. Am 4. Mai veröffentlicht das Ministerium seine vierteljährlichen Finanzierungsschätzungen, gefolgt von der offiziellen Refinanzierungsankündigung am 6. Mai. Im Fokus steht dabei die Frage, ob und wann die Regierung die Emission längerfristiger Schuldtitel ausweiten wird.

Die Ankündigung skizziert die Finanzierungspläne für das zweite und dritte Quartal 2025, einschließlich der Auktionsgrößen für drei- und zehnjährige Schatzanweisungen sowie 30-jährige Anleihen. An der Wall Street werden diese als sogenannte Kupon-Emissionen bezeichnet – der Verkauf von Wertpapieren mit festen Zinssätzen, im Gegensatz zu kurzfristigen, unverzinslichen Schatzwechseln, den sogenannten T-Bills.

„Wir suchen lediglich nach Hinweisen darauf, was das Finanzministerium bei den Kupon-Emissionen tun kann", sagte Jan Nevruzi, Strategist für US-Zinsen bei TD Securities in New York. Er erwartet, dass das Finanzministerium erst im Februar 2026 mit der Erhöhung der Auktionsvolumina beginnen wird. Die Citigroup rechnet sogar erst mit höheren Volumina Mitte 2027.

Zollrückerstattungen als neuer Unsicherheitsfaktor

Eine entscheidende neue Variable ist die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, die die Anwendung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) für breit angelegte Zölle gekippt hat. Infolgedessen könnten bis zu 166 Milliarden Dollar an Importeure zurückgezahlt werden. JPMorgan schätzt, dass rund 127 Milliarden Dollar davon für elektronische Rückerstattungen infrage kommen.

Die ersten nennenswerten Zahlungen werden laut JPMorgan nach einem 60- bis 90-tägigen Bearbeitungsfenster voraussichtlich im Juni und Juli fließen. Etwa 30 Milliarden Dollar sollen demnach im Jahr 2026 ausgezahlt werden, die verbleibenden rund 90 Milliarden Dollar im Jahr 2027. Vor diesem Hintergrund hat JPMorgan seine Prognose für das US-Haushaltsdefizit im laufenden Jahr von 1,875 Billionen auf 1,98 Billionen Dollar angehoben.

Diese Rückerstattungen verkomplizieren das übliche Emissionsverhalten des Finanzministeriums erheblich. Normalerweise bringt der Juni einen Rückgang der T-Bill-Emissionen mit sich, da Einnahmen aus der Körperschaftsteuer das sogenannte Treasury General Account (TGA) – das Bankkonto des Finanzministeriums bei der US-Notenbank Federal Reserve – stärken. Die zweite vierteljährliche Steuervorauszahlung ist am 15. Juni fällig.

Enormer Kreditbedarf im dritten Quartal erwartet

JPMorgan prognostiziert für das Quartal von April bis Juni eine Netto-Marktkreditaufnahme von 149 Milliarden Dollar, bei einem angenommenen TGA-Stand von 900 Milliarden Dollar Ende Juni. Für das dritte Quartal von Juli bis September wird jedoch ein massiver Anstieg auf 792 Milliarden Dollar erwartet, da Rückerstattungszahlungen und saisonale Faktoren zusammenfallen.

Die Prognosen der Citigroup sind ähnlich: Sie erwartet einen privaten Finanzierungsbedarf von 126 Milliarden Dollar für das laufende Quartal und 735 Milliarden Dollar für das dritte Quartal. Die Bank sieht zudem Risiken für einen noch höheren Finanzierungsbedarf in der zweiten Jahreshälfte, sollten die Verteidigungsausgaben weiter steigen.

Dhiraj Narula, Strategist für US-Zinsen bei HSBC, erwartet, dass sich der Großteil künftiger Änderungen bei den Kupon-Emissionen auf das kurze und mittlere Ende der Zinskurve konzentrieren wird – also Laufzeiten von bis zu sieben Jahren. Am langen Ende, bei Laufzeiten von zehn Jahren oder mehr, rechnet er nur mit moderaten Erhöhungen.

Risiken einer zu langen Abhängigkeit von T-Bills

Die Emission von T-Bills hat den Finanzierungsbedarf des Finanzministeriums in den vergangenen Jahren dank solider Nachfrage gut gedeckt. Narula warnt jedoch, dass eine anhaltende Abhängigkeit von kurzfristigen Papieren die Finanzierungskosten der Regierung zunehmend der Volatilität kurzfristiger Zinssätze aussetzen würde.

Zu lange mit der Erhöhung der Auktionsvolumina zu warten, „könnte das Risiko bergen, dass größere Nachholeffekte erforderlich werden, was die Laufzeitprämie in die Höhe treiben und die Kurve steiler machen könnte", sagte Narula. Die Laufzeitprämie bezeichnet dabei die zusätzliche Rendite, die Anleger für das Halten längerfristiger Schuldtitel verlangen – ein wichtiger Indikator für die langfristigen Finanzierungskosten der USA.

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