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US-Firma übernimmt Northvolt-Standorte in Europa

Geplantes Werk in Heide soll trotz Insolvenz realisiert werden – Fördergelder vorerst gesichert

US-Firma übernimmt Northvolt-Standorte in Europa

Die geplante Batteriefabrik des insolventen Unternehmens Northvolt bei Heide in Schleswig-Holstein soll doch noch gebaut werden. Das US-amerikanische Unternehmen Lyten hat angekündigt, sämtliche verbliebenen Standorte von Northvolt zu übernehmen, darunter auch das norddeutsche Werk. Damit droht der Verlust von hunderten Millionen Euro an staatlicher Förderung vorerst nicht mehr, wenngleich die endgültige Übernahme noch aussteht.

Lyten, mit Sitz im kalifornischen San Jose, hatte sich bereits im vergangenen Jahr ein großes Northvolt-Werk in Kalifornien gesichert und kündigte vor rund einem Monat zudem die Übernahme der polnischen Northvolt-Fabrik in Danzig an. Nun gab das Unternehmen bekannt, eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme weiterer zentraler Vermögenswerte abgeschlossen zu haben. Dazu zählen die Northvolt-Stammfabrik sowie ein Expansionswerk im schwedischen Skellefteå, das Entwicklungszentrum in Västerås und auch das geplante Werk bei Heide. Zusätzlich übernimmt Lyten sämtliches geistiges Eigentum des insolventen Batterieherstellers. Die Vermögenswerte wurden zuletzt auf rund fünf Milliarden Dollar geschätzt.

Die Übernahme soll im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. Zuvor müssen jedoch noch behördliche Genehmigungen in Schweden, Deutschland und der Europäischen Union eingeholt werden. Für die Bundesregierung und das Land Schleswig-Holstein steht viel auf dem Spiel. Die staatliche Förderbank KfW hatte für das Werk in Heide eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro gewährt, für die Bund und Land jeweils zur Hälfte bürgten. Hinzu kommen rund 20 Millionen Euro für Zinsen und Verfahrenskosten. Ein Teil dieser Gelder soll bislang noch nicht ausgezahlt worden sein.

Northvolt galt über Jahre hinweg als Hoffnungsträger der europäischen Elektromobilitätsbranche. Doch der Rückzug eines Milliardenauftrags von BMW, wachsende Schulden und ein gescheiterter Restrukturierungsversuch hatten das Unternehmen zunehmend in Bedrängnis gebracht. Bereits im Sommer 2024 kündigte Northvolt in Schweden die Entlassung von rund 1.600 Beschäftigten an und setzte mehrere Expansionspläne aus. Nach einem Antrag auf Gläubigerschutz in den USA folgte im März 2025 schließlich die Insolvenz in Schweden.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bezeichnete die jetzt bekannt gewordene Vorvereinbarung als „erfreuliche Nachricht“. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass noch zahlreiche Hürden zu überwinden seien, insbesondere im Hinblick auf die Vollzugsbedingungen in Deutschland und Schweden.

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