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US-Futures fallen vor Arbeitsmarktbericht – Chip-Aktien unter Druck

Anleger warten gespannt auf US-Jobdaten für Juni, während ein globaler Ausverkauf im Halbleitersektor die Märkte belastet.

US-Futures fallen vor Arbeitsmarktbericht – Chip-Aktien unter Druck

Die US-Aktienfutures gaben am Donnerstag ihre frühen Gewinne wieder ab und rutschten ins Minus. Anleger warteten auf den mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktbericht für Juni, der Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Federal Reserve liefern soll. Die Futures auf den Dow Jones Industrial Average verloren rund 35 Punkte, was weniger als 0,1% entspricht. S&P-500-Futures gaben um etwa 0,08% nach, während Nasdaq-100-Futures um 0,3% fielen.

Diese Bewegungen folgen auf einen schwachen Handelstag am Mittwoch. Der Dow Jones gab dabei einen zwischenzeitlichen Anstieg von 423 Punkten ab, der ihn kurzzeitig auf Rekordhochs geführt hatte, und schloss knapp unter der Nulllinie. Der S&P 500 verlor 0,2%, der Nasdaq Composite sogar 0,7% – ausgelöst durch massive Gewinnmitnahmen bei Chipherstellern.

Besonders hart traf es den Halbleitersektor: Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) verlor 5,4%. Micron Technology und Sandisk brachen jeweils um mehr als 10% ein. Auch Schwergewichte wie Nvidia und Broadcom schlossen sich dem Rückgang an und fielen zwischen 1% und 2%.

Chip-Ausverkauf greift auf Asien über

Der globale Tech-Ausverkauf weitete sich auf die asiatischen Märkte aus. Südkoreas Leitindex Kospi führte die Verluste an und fiel um 7,89% auf 7.648,09 Punkte. Der Small-Cap-Index Kosdaq sank um 6,74% auf 866,72 Punkte. Die südkoreanischen Chip-Riesen Samsung Electronics und SK Hynix verloren mehr als 8% beziehungsweise mehr als 12%.

Japans Nikkei 225 sank um 2,47% auf 68.733,15 Punkte. Der japanische Halbleiterhersteller Kioxia verlor rund 10% – das Unternehmen hatte erst kürzlich angekündigt, zwischen April und Juni 2027 US-Hinterlegungsscheine (ADRs) anzubieten, um von der wachsenden KI-Nachfrage zu profitieren. Kioxia ist einer der weltweit größten Flash-Speicher-Hersteller und wurde 2018 aus dem Mischkonzern Toshiba ausgegliedert.

Trotz der heftigen Kursrückgänge im Chipsektor sieht Rob Anderson, Stratege bei Ned Davis Research, die Entwicklung nicht zwingend als Alarmsignal. „Eines der Merkmale des Bullenmarktes war die Rotation. Diese Eigenschaft hat sich im Jahr 2026 deutlich gezeigt", schrieb er. Eine Stabübergabe an nicht rohstoffabhängige zyklische Sektoren könnte laut Anderson ein Zeichen sein, dass der Aktienmarkt die zweite Jahreshälfte aus einer Position der Stärke heraus beginnt.

Arbeitsmarktbericht im Fokus der Wall Street

Alle Augen richten sich auf den Non-Farm-Payrolls-Bericht für Juni, der um 8:30 Uhr ET veröffentlicht wird – einen Tag früher als üblich, da der Freitag aufgrund des Unabhängigkeitstages ein Feiertag ist. Von Dow Jones befragte Ökonomen erwarten, dass die US-Wirtschaft im vergangenen Monat 115.000 Stellen geschaffen hat. Die Daten könnten entscheidend für die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve sein.

Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen am Donnerstag leicht an. Die richtungsweisende 10-jährige Staatsanleihe rentierte bei etwa 4,491%, ein Plus von 1 Basispunkt. Auch die Renditen der 2-jährigen und 30-jährigen Anleihen legten jeweils um 1 Basispunkt zu.

Ölpreis auf dem schlechtesten Quartal seit 2020

Die Ölpreise standen ebenfalls unter Druck. WTI-Futures fielen um 1,09% auf 67,83 Dollar pro Barrel, die globale Benchmark-Sorte Brent sank um 1,01% auf 70,85 Dollar. Ausschlaggebend waren Anzeichen für Fortschritte in den indirekten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche mit dem Iran in Katar verliefen „gut". „Die Denuklearisierung des Irans kommt gut voran", sagte Trump. Brent ist im abgelaufenen Quartal um fast 40% gefallen – laut LSEG-Daten die schlechteste Quartalsperformance seit 2020.

Gold und Silber konnten sich dagegen leicht erholen. Der Goldpreis stieg um 0,7% auf 4.059,12 Dollar pro Unze, Silber legte um 0,9% auf 59,68 Dollar zu. Gold hatte zuvor sein schlechtestes Quartal seit 13 Jahren verzeichnet, da Anleger auf einen restriktiveren Kurs der Fed reagiert hatten.

Positive Ausreißer: BYD, Xiaomi und Hanwha Ocean

Inmitten des breiten Ausverkaufs gab es auch positive Nachrichten. Die in Hongkong notierten Aktien chinesischer Elektrofahrzeughersteller legten kräftig zu. BYD gewann rund 9%, nachdem das Unternehmen im Juni 403.472 Fahrzeuge ausgeliefert hatte – ein Plus von 5,46% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Xiaomi kletterte um etwa 5% und meldete für Juni den dritten Monat in Folge mehr als 30.000 Auslieferungen.

Die südkoreanische Werft Hanwha Ocean sprang um bis zu 12,2%, nachdem das Unternehmen als bevorzugter Bieter für das KDDX-Zerstörerprogramm Südkoreas ausgewählt worden war. Laut dem Medienunternehmen Chosun Ilbo handelt es sich um ein Programm im Wert von 7,8 Billionen Won, das den Bau von sechs Zerstörern für die südkoreanische Marine vorsieht.

Ebenfalls bemerkenswert: Der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS verschob seinen geplanten Börsengang in Paris und Frankfurt auf unbestimmte Zeit. Als Grund nannte das Unternehmen die aktuelle Marktvolatilität im europäischen Verteidigungssektor. Zuvor hatte die Financial Times berichtet, dass KNDS Schwierigkeiten hatte, Investoren von einer Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu überzeugen.

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