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US-Großhandelslagerbestände steigen im April den dritten Monat in Folge

Die US-Großhandelsbestände legten im April um 0,6 Prozent zu – angetrieben von langlebigen Industriegütern und einem angespannten globalen Rohstoffumfeld.

US-Großhandelslagerbestände steigen im April den dritten Monat in Folge

Die US-Großhandelslagerbestände sind im April erneut gestiegen und verzeichnen damit den dritten Monat in Folge ein kräftiges Plus. Wie das Census Bureau des US-Handelsministeriums am Dienstag mitteilte, legten die Bestände um 0,6 Prozent zu. Der Vormonatswert wurde dabei von zunächst geschätzten 0,5 Prozent nach oben korrigiert.

Im Jahresvergleich stiegen die Großhandelsinventare im April um 3,6 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, der für die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA von erheblicher Bedeutung ist – Lagerbestände sind eine wesentliche Komponente des BIP.

Langlebige Güter treiben den Anstieg

Den größten Beitrag zum Lageraufbau leisteten langlebige Industriegüter mit einem Zuwachs von 0,9 Prozent. Dazu zählen insbesondere professionelle Ausrüstung und Elektroprodukte. Die Bestände an nicht langlebigen Gütern stiegen um 0,2 Prozent. Zuwächse bei Lebensmitteln und Erdöl wurden dabei teilweise durch Rückgänge bei Bekleidung und Medikamenten ausgeglichen.

Der Bericht folgt auf eine Umfrage des Institute for Supply Management (ISM) aus der Vorwoche, wonach ein Indikator für die Lagerbestände bei Dienstleistungsunternehmen im Mai ein Zehnjahreshoch erreichte. Dies deutet auf eine breit angelegte Tendenz zum Lageraufbau in der US-Wirtschaft hin.

Geopolitischer Druck durch US-israelischen Krieg mit dem Iran

Als wesentlicher Hintergrund gilt der nun bereits im vierten Monat andauernde Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite. Dieser Konflikt hat die Lieferungen von Öl und anderen Rohstoffen unterbrochen und die Preise in die Höhe getrieben – ein Faktor, der sich direkt auf die Lagerkosten und Beschaffungsstrategien der Unternehmen auswirkt.

Umsätze steigen, Lagerreichweite sinkt

Die Großhandelsumsätze legten im April um 2,0 Prozent zu, nach einem Plus von 3,0 Prozent im März. Beim aktuellen Verkaufstempo würde es 1,19 Monate dauern, um die vorhandenen Lager vollständig zu räumen. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2013 und ein Rückgang gegenüber 1,21 Monaten im März. Das Verhältnis von Lagerbeständen zu Verkäufen lag im April 2025 bei 1,30 Monaten.

Im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hatten die Unternehmensbestände im ersten Quartal einen neutralen Einfluss auf das BIP-Wachstum. Zuvor waren sie vier Quartale in Folge abgebaut worden. Die US-Wirtschaft wuchs im ersten Quartal mit einer annualisierten Rate von 1,6 Prozent, nachdem sie sich im vierten Quartal auf ein Tempo von 0,5 Prozent verlangsamt hatte.

Für deutsche Anleger und Exporteure ist die Entwicklung der US-Großhandelsbestände ein wichtiger Frühindikator für die Nachfrage nach Industriegütern und Rohstoffen. Ein anhaltender Lageraufbau kann auf Vorsichtsmaßnahmen der Unternehmen angesichts geopolitischer Unsicherheiten hinweisen, birgt aber auch das Risiko einer späteren Nachfrageschwäche, sollten die Bestände abgebaut werden müssen.

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