US-Hypothekennachfrage steigt trotz hoher Zinsvolatilität an
Der Frühjahrsmarkt zeigt erste Lebenszeichen: Hauskäufer in den USA fragen trotz steigender Zinsen mehr Hypotheken nach.

Die Nachfrage nach Hypotheken in den USA hat in der vergangenen Woche zugelegt – trotz erheblicher Zinsschwankungen, die durch den anhaltenden Konflikt mit dem Iran ausgelöst wurden. Das gesamte Volumen der Hypothekenanträge stieg laut dem saisonbereinigten Index der Mortgage Bankers Association (MBA) im Wochenvergleich um 3,2 Prozent. Damit sendet der amerikanische Immobilienmarkt ein erstes positives Signal zum Beginn der traditionell starken Frühjahrsaison.
Der durchschnittliche Vertragszinssatz für 30-jährige Festzinshypotheken kletterte von 6,09 auf 6,19 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Gebührenpunkte von 0,52 auf 0,58 – jeweils für Darlehen mit einer Anzahlung von 20 Prozent und konformen Darlehenssummen bis 832.750 US-Dollar. Für deutsche Anleger und Immobilieninteressierte zeigt dieser Vergleich, dass das US-Zinsniveau trotz jüngster Schwankungen weiterhin deutlich über dem europäischen liegt.
Käufer aktiv, Refinanzierer zurückhaltend
Die Nachfrage entwickelte sich dabei zweigespalten: Der saisonbereinigte Kaufindex legte um starke 7,8 Prozent zu und liegt damit 11 Prozent über dem Vorjahreswert. Refinanzierungsanträge hingegen stiegen nur um magere 0,5 Prozent gegenüber der Vorwoche – wenngleich sie im Jahresvergleich um beachtliche 81 Prozent höher liegen. Der deutliche Anstieg bei Neukäufern wird auf das mildere Winterwetter in weiten Teilen der USA zurückgeführt, das traditionell mehr Käufer an den Markt lockt.
Die hohen Immobilienpreise zwingen viele Käufer derweil zu Kompromissen. Immer mehr Interessenten greifen auf variabel verzinsliche Darlehen (Adjustable-Rate Mortgages, ARM) zurück, die zwar niedrigere Einstiegszinsen bieten, aber ein höheres Zinsänderungsrisiko tragen. Der ARM-Anteil an allen Hypothekenanträgen stieg zuletzt auf fast 9 Prozent – ein Zeichen dafür, dass Erschwinglichkeit für viele Käufer eine zentrale Rolle spielt.
Angebotsknappheit bleibt strukturelles Problem
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Zur AktienanalyseTrotz eines leichten Anstiegs beim Wohnungsangebot bleibt die Lage auf dem US-Immobilienmarkt angespannt. Ein aktueller Bericht der National Association of Realtors zeigt für Februar lediglich einen Lagerbestand von 3,8 Monaten – weit entfernt vom als ausgeglichen geltenden Wert von sechs Monaten. Das strukturelle Angebotsdefizit gegenüber dem Vorkrisenniveau der Pandemie hält die Preise auf einem hohen Niveau.
Für die kommenden Wochen bleibt die Zinsentwicklung der entscheidende Faktor. Die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (CPI) am Mittwoch könnte für zusätzliche Volatilität bei den Anleiherenditen und damit bei den Hypothekenzinsen sorgen. Bereits zu Beginn der aktuellen Woche sanken die Hypothekenzinsen laut einer separaten Umfrage von Mortgage News Daily leicht – ein mögliches Signal für eine kurzfristige Entspannung.

