US-Hypothekenzinsen auf Vier-Jahres-Tief – Käufer zögern trotzdem
Der 30-jährige Festzins fiel auf 6,09 Prozent – den niedrigsten Stand seit September 2022.

Die Hypothekenzinsen in den USA sind in der vergangenen Woche deutlich gesunken und haben dabei ein Niveau erreicht, das zuletzt vor fast vier Jahren verzeichnet wurde. Der durchschnittliche Vertragszinssatz für 30-jährige Festzins-Hypotheken mit konformen Darlehenssummen bis 832.750 Dollar sank von 6,17 Prozent auf 6,09 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit September 2022.
Trotz dieses Rückgangs blieb das Gesamtvolumen der Hypothekenanträge nahezu unverändert. Laut dem saisonbereinigten Index der Mortgage Bankers Association stieg es im Wochenvergleich lediglich um 0,4 Prozent. Die Kaufnachfrage zeigt sich von den gesunkenen Zinsen bislang unbeeindruckt.
Refinanzierungen boomen – Hauskäufer bleiben zurückhaltend
Einen deutlichen Aufschwung verzeichnet hingegen das Refinanzierungsgeschäft. Die Anträge auf Refinanzierung von Immobiliendarlehen stiegen gegenüber der Vorwoche um 4 Prozent und lagen im Jahresvergleich sogar um 150 Prozent höher. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lagen die Zinsen noch um 79 Basispunkte höher, was das Refinanzierungsvolumen damals auf einem sehr niedrigen Niveau hielt.
Ganz anders das Bild bei Kaufhypotheken: Die Anträge für den Immobilienerwerb sanken in der vergangenen Woche um 5 Prozent. Im Jahresvergleich liegen sie zwar noch 12 Prozent höher, doch die Dynamik lässt nach. Niedrigere Zinsen allein reichen offenbar nicht aus, um potenzielle Käufer vom Seitenrand zu holen.
Die Gründe für die anhaltende Kaufzurückhaltung sind vielschichtig. Zum einen liegen die Hauspreise in den USA nach wie vor leicht über dem Vorjahresniveau, was die verbesserte Erschwinglichkeit durch niedrigere Zinsen teilweise wieder aufzehrt. Zum anderen lastet die wirtschaftliche Unsicherheit schwer auf den Verbrauchern.
Stornierungen von Kaufverträgen auf Rekordhoch
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Zur AktienanalyseBesonders alarmierend: Das Immobilienportal Redfin meldete, dass im Januar landesweit fast 40.000 Kaufverträge für Häuser storniert wurden. Das entspricht 13,7 Prozent aller unter Vertrag stehenden Objekte – der höchste Januar-Anteil seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2017. Im Vorjahr hatte diese Quote noch bei 13,1 Prozent gelegen.
Viele Kreditnehmer suchen angesichts der Unsicherheit nach alternativen Finanzierungswegen. Variabel verzinsliche Hypotheken, die zwar ein höheres Zinsänderungsrisiko tragen, aber niedrigere Anfangszinsen bieten, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Für deutsche Anleger, die den US-Immobilienmarkt beobachten, zeigt die Situation: Selbst historisch günstige Zinsen können strukturelle Marktprobleme nicht allein lösen.


