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US-Immobilienbesitzer zapfen Eigenkapital in Rekordhöhe an

Home Equity Lines of Credit steigen auf 434 Milliarden Dollar – 15. Quartalsanstieg in Folge

US-Immobilienbesitzer zapfen Eigenkapital in Rekordhöhe an

Amerikanische Hausbesitzer greifen verstärkt auf das in ihren Immobilien gebundene Kapital zurück. Im vierten Quartal 2024 stiegen die Salden von Home Equity Lines of Credit (HELOCs) um 12 Milliarden Dollar auf insgesamt 434 Milliarden Dollar. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der Federal Reserve Bank of New York hervor.

Der Anstieg markiert bereits das 15. Quartal in Folge, in dem die HELOC-Salden zulegten. Seit dem Tiefpunkt im ersten Quartal 2022 haben sich die Kreditvolumina um beachtliche 116 Milliarden Dollar erhöht. Diese Entwicklung zeigt, dass immer mehr Amerikaner ihr Immobilienvermögen als Finanzierungsquelle nutzen.

Das gesamte Immobilien-Eigenkapital in den USA beläuft sich auf rund 35 Billionen Dollar – eine enorme Summe, die theoretisch als Sicherheit für Kredite dienen könnte. Doch der Zugang zu diesem gebundenen Vermögen ist keineswegs garantiert. Selbst Antragsteller mit hoher Bonität erhalten nicht automatisch eine Zusage.

Strenge Vergabekriterien der Kreditgeber

Banken und andere Kreditinstitute prüfen HELOC-Anträge mittlerweile sehr genau. Eine gute Kreditwürdigkeit allein reicht oft nicht aus. Einige Kreditgeber lehnen Anträge grundsätzlich ab, wenn die betreffende Immobilie vermietet ist. Auch Eigentumswohnungen in bestimmten Wohnanlagen können ein Ausschlusskriterium darstellen.

Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen zeigt sie die unterschiedliche Kreditkultur zwischen den USA und Deutschland. Während amerikanische Hausbesitzer traditionell flexibler auf ihr Immobilienvermögen zugreifen können, sind solche Finanzierungsformen hierzulande weniger verbreitet. Zum anderen könnte der verstärkte Kapitalabfluss aus US-Immobilien mittelfristig Auswirkungen auf den amerikanischen Immobilienmarkt haben.

Die kontinuierliche Zunahme der HELOC-Nutzung deutet darauf hin, dass viele US-Haushalte zusätzliche Liquidität benötigen – sei es für Renovierungen, Konsumausgaben oder zur Umschuldung teurer Kredite. Bei weiter steigenden Zinsen könnte diese Entwicklung jedoch auch Risiken bergen, sollten Hausbesitzer ihre monatlichen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr bedienen können.

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