US-Immobilienmarkt: Frühjahrssaison bringt Käufern kaum Preisentlastung
Trotz mehr Angebot im Frühling bleibt der US-Immobilienmarkt für Käufer unerschwinglich – Rekordpreise und hohe Zinsen belasten weiter.

Der US-Immobilienmarkt startet schwach in die Frühjahrssaison 2026. Der Medianpreis für bestehende Eigenheime kletterte im März auf 408.800 US-Dollar – ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und gleichzeitig ein Rekordhoch für diesen Monat. Die National Association of Realtors (NAR) bestätigt damit, dass sich die Erschwinglichkeit trotz der traditionell angebotsreicheren Jahreszeit kaum verbessert hat.
Erschwerend kommt hinzu, dass auch andere Kostenfaktoren keine Entlastung bieten. Die Inflation lag im März laut dem US-Verbraucherpreisindex bei 3,3 Prozent im Jahresvergleich. Seit Anfang 2021 verharrt sie damit dauerhaft über dem 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank Federal Reserve – was Haushaltsbudgets belastet und das Ansparen für Wohneigentum zusätzlich erschwert.
Auch die Kreditkosten bleiben hoch. Der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festzins-Hypotheken liegt laut Mortgage News Daily bei 6,32 Prozent. Damit verharren die Hypothekenzinsen seit fast vier Jahren über der Marke von 6 Prozent – mit spürbaren Folgen für die monatlichen Belastungen potenzieller Käufer.
Verkäufe auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2025
Die Kombination aus hohen Preisen und teuren Krediten hinterlässt deutliche Spuren bei den Transaktionszahlen. Die Verkäufe bestehender Immobilien sanken im März um 3,6 Prozent auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 3,98 Millionen – der niedrigste Stand seit Juni 2025. Für die eigentlich geschäftigste Saison des Jahres ist das ein schwaches Signal.
„Die Hausverkäufe im März blieben schleppend und lagen unter dem Tempo des Vorjahres", sagte Lawrence Yun, Chefökonom der NAR. „Ein geringeres Verbrauchervertrauen und ein schwächeres Beschäftigungswachstum halten die Käufer weiterhin zurück."
Trotz der rückläufigen Verkaufszahlen profitieren Käufer bislang kaum von der Marktabkühlung. Zwar gibt es laut NAR im Durchschnitt weniger Gebote, und ein geringerer Anteil der Häuser wird über dem Listenpreis verkauft. Auch die mediane Verweildauer auf dem Markt stieg im März auf 41 Tage, verglichen mit 36 Tagen im Vorjahr. Doch von einem echten Käufermarkt ist man noch weit entfernt.
„Ich würde dies noch nicht als echte Wende hin zu einem Käufermarkt bezeichnen", sagt Michelle Griffith, Immobilienmaklerin bei Douglas Elliman in New York. „Wir beobachten eher eine Normalisierung des Marktes" im Vergleich zum Anfang des Jahrzehnts, als die Hypothekenzinsen noch deutlich niedriger waren.
Angebot steigt – bleibt aber weit unter Vor-Pandemie-Niveau
Das Immobilienangebot hat sich zwar verbessert: Im März stieg es um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch liegt es laut Realtor.com weiterhin 13,8 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie. Insgesamt fehlen auf dem US-Immobilienmarkt noch immer rund 5,5 Millionen Häuser – ein strukturelles Defizit, das weiterhin Aufwärtsdruck auf die Preise ausübt, so NAR-Chefökonom Yun.
„Häuser stehen länger zum Verkauf, weil die Käufer nicht zugreifen, und nicht, weil es eine Flut an exzellenten Optionen gäbe", erklärt Stacie Staub, Maklerin und Gründerin von West + Main Homes in Denver. Diese Einschätzung verdeutlicht das Dilemma: Der Markt kühlt sich ab, ohne dass Käufer davon wirklich profitieren.
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Zur AktienanalyseRegionale Unterschiede prägen das Bild
Die Entwicklung verläuft in den USA regional sehr unterschiedlich. Im Nordosten stiegen die Medianpreise im März um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Süden lag das Wachstum bei lediglich 0,8 Prozent, während der Westen sogar einen Rückgang von 1,3 Prozent verzeichnete.
„Einige Metropolregionen, insbesondere in Teilen des Südens und des Sun Belts mit reger Neubautätigkeit, neigen sich eher zugunsten der Käufer, während andere, vor allem im Nordosten, vergleichsweise angespannt bleiben", sagt Matt Vernon, Leiter des Bereichs Konsumentenkredite bei der Bank of America.
Diese regionale Spaltung zeigt sich auch im Verhalten der Kaufinteressenten. „Käufer, mit denen ich zusammenarbeite, ‚erwägen' seit mehr als einem Monat, Angebote abzugeben, obwohl sie jedes Wochenende mindestens vier oder fünf passende Objekte besichtigen", berichtet Gerard Splendore, Immobilienmakler bei Coldwell Banker Warburg in New York City. Die Unsicherheit ist spürbar – und lähmt den Markt auf beiden Seiten.


