US-Immobilienmarkt: Hausverkäufe brechen im Januar um 8,4% ein
Experten sprechen von neuer Krise – Preise steigen trotz schwacher Nachfrage weiter

Der US-Immobilienmarkt zeigt deutliche Schwächezeichen: Im Januar brachen die Verkäufe bestehender Häuser um 8,4% gegenüber dem Vormonat ein und erreichten eine saisonbereinigte, annualisierte Rate von nur noch 3,91 Millionen Einheiten. Dies ist das schwächste Verkaufstempo seit Dezember 2023 und der stärkste monatliche Rückgang seit Februar 2022, wie die National Association of Realtors (NAR) berichtet.
Lawrence Yun, Chefökonom der NAR, spricht von einer "neuen Immobilienkrise". Die Zahlen basieren auf abgeschlossenen Verkäufen, deren Verträge vermutlich im November und Dezember unterzeichnet wurden. Zu diesem Zeitpunkt bewegte sich der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festhypotheken kaum, bevor er im Januar leicht auf aktuell 6,1% sank.
Im Jahresvergleich lagen die Verkäufe um 4,4% niedriger als im Januar 2025. Regional fielen die Rückgänge besonders im Süden und Westen der USA stark aus. Yun betont, dass potenzielle Käufer "immer noch zu kämpfen haben" und charakterisiert den Markt als Krise, weil "keine Bewegung stattfindet – die Amerikaner sitzen fest".
Knappes Angebot treibt Preise nach oben
Paradoxerweise steigen die Immobilienpreise trotz schwacher Nachfrage weiter. Der Medianpreis für ein im Januar verkauftes Haus lag bei 396.800 US-Dollar – ein Plus von 0,9% gegenüber dem Vorjahr und der höchste jemals für einen Januar verzeichnete Preis. Grund ist das weiterhin knappe Angebot: Ende Januar standen nur 1,22 Millionen Häuser zum Verkauf, was einem Vorrat für lediglich 3,7 Monate entspricht. Ein ausgeglichener Markt würde einen Vorrat für sechs Monate aufweisen.
Die Verkaufsdauer verlängerte sich auf durchschnittlich 46 Tage, verglichen mit 41 Tagen im Vorjahr. Etwa 31% der Verkäufe entfielen auf Erstkäufer, ein leichter Anstieg gegenüber 28% vor einem Jahr. Dies zeigt, dass gerade junge Käufer zunehmend Schwierigkeiten haben, in den Markt einzusteigen.
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Zur AktienanalyseDie Marktentwicklung zeigt eine deutliche Zweiteilung: Das einzige Preissegment, das im Jahresvergleich ein Plus verzeichnete, waren Immobilien über 1 Million US-Dollar. Am stärksten sanken hingegen die Verkäufe bei Häusern unter 250.000 Dollar. Diese Entwicklung verschärft die Ungleichheit am Immobilienmarkt und macht es für Durchschnittsverdiener zunehmend schwieriger, Wohneigentum zu erwerben.
Yun kritisiert, dass "Mieter nicht am Immobilienvermögen teilhaben" können und so vom Vermögensaufbau ausgeschlossen bleiben. Das schwächere Verbrauchervertrauen in die Wirtschaft belastet zusätzlich die Kaufbereitschaft. Experten erwarten keine schnelle Entspannung der Lage, solange Angebot und Nachfrage so stark aus dem Gleichgewicht bleiben.


