US-Iran-Konflikt belastet Märkte: AMD und Apple im Fokus
Neue Angriffe in der Golfregion erschüttern den fragilen Waffenstillstand, während AMD Quartalszahlen vorlegt und Apple seine Chip-Lieferkette diversifiziert.

Die US-Aktienfutures notierten am Dienstag fester und deuteten auf eine Erholung hin, nachdem neue Angriffe in der Nähe der Straße von Hormus die Stimmung am Vortag belastet hatten. Bis 03:34 Uhr ET stieg der Dow-Future um 131 Punkte oder 0,3 %, der S&P 500-Future legte um 19 Punkte oder 0,3 % zu, und der Nasdaq 100-Future kletterte um 112 Punkte oder 0,4 %. Die Entwicklung des unsicheren Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran bleibt dabei das bestimmende Thema an den Finanzmärkten.
Die wichtigsten Wall-Street-Indizes waren in der vorangegangenen Sitzung gesunken, belastet durch neue Angriffe beider Seiten in der Golfregion. Die USA und der Iran führten am Montag eine Reihe von Angriffen durch, als Teheran auf den Versuch von Präsident Donald Trump reagierte, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder freizugeben. Mehrere Handelsschiffe in der Golfregion meldeten Brände oder Explosionen.
Straße von Hormus: Lebenswichtige Wasserstraße im Fokus
Die Straße von Hormus ist eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt – etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls wird durch sie transportiert. Während des mehr als zwei Monate andauernden Krieges war sie für den Tankerverkehr faktisch gesperrt, was die Ölpreise massiv in die Höhe trieb und Inflationssorgen schürte. Die USA erklärten, sie hätten zwei Schiffen unter amerikanischer Flagge erfolgreich bei der Durchquerung der Meerenge geholfen und Angriffe iranischer Drohnen und bewaffneter Kleinboote abgewehrt.
Der Konflikt zeigte zudem Anzeichen einer weiteren Ausbreitung in der Region. In den Vereinigten Arabischen Emiraten bekämpften Luftabwehrsysteme ballistische Raketen und Drohnen, die vom Iran aus gestartet wurden. Auch ein Ölterminal in der Stadt Fudschaira wurde angegriffen. Trump, der wegen des Krieges unter zunehmendem Druck einiger US-Gesetzgeber steht, hat bislang nur wenige Details zu seinem Plan zur Aufhebung der Blockade mit dem Namen „Project Freedom" genannt. Der iranische Außenminister warnte die USA unterdessen davor, in einen „Sumpf" gezogen zu werden.
Dennoch registrierten Händler erste Anzeichen einer Lockerung des iranischen Würgegriffs. Der Schifffahrtsriese Maersk bestätigte, dass ein unter US-Flagge fahrender Autotransporter einer seiner Tochtergesellschaften den Golf über die Meerenge mit Unterstützung des US-Militärs verlassen habe. Die Futures für die globale Rohölsorte Brent gaben zuletzt um 0,8 % auf 113,56 US-Dollar pro Barrel nach, bleiben aber deutlich über dem Niveau von vor dem Krieg. Energiewerte erholten sich infolge der hohen Rohölpreise, während FedEx und United Parcel Service einbrachen, nachdem Amazon.com ein neues Angebot angekündigt hatte, das den Wettbewerb mit den Zustelldiensten verschärfen würde.
AMD legt Quartalszahlen vor – Nvidia-Vergleich im Mittelpunkt
Advanced Micro Devices (AMD) wird nach US-Börsenschluss die Ergebnisliste anführen. Anleger sind gespannt, welche Fortschritte der Chiphersteller im Wettbewerb mit dem KI-Halbleiter-Marktführer Nvidia macht. Im Februar hatte AMD prognostiziert, dass der Umsatz im ersten Quartal leicht auf etwa 9,8 Milliarden US-Dollar sinken würde – mit einer Abweichung von plus/minus 300 Millionen US-Dollar – verglichen mit 10,27 Milliarden US-Dollar im vorangegangenen Quartal. Der verhaltene Ausblick erfolgte trotz eines Impulses durch die Wiederaufnahme der Verkäufe nach China.
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Zur AktienanalyseAn anderer Stelle übertraf der Datenanalysespezialist Palantir sowohl die Quartalsschätzungen als auch die Umsatzprognose. Die Aktie gab jedoch im nachbörslichen Handel nach, da Finanzvorstand David Glazer darauf hinwies, dass die Ausgaben der Gruppe im Jahr 2026 steigen würden. Generell war die laufende Berichtssaison eine Quelle des Optimismus für Anleger – vor allem dank starker Zahlen von KI-bezogenen Hyperscalern. Laut Reuters unter Berufung auf LSEG I/B/E/S-Daten wird erwartet, dass die Unternehmen im S&P 500 für das erste Quartal ein aggregiertes Gewinnwachstum von 28 % gegenüber dem Vorjahr ausweisen werden – mehr als das Doppelte der Erwartungen zu Beginn des Berichtszeitraums Anfang April.
Apple diversifiziert Chip-Lieferkette mit Intel und Samsung
Apple hat laut einem Bloomberg-Bericht Sondierungsgespräche mit Intel und Samsung Electronics über die Produktion von Prozessoren für seine Geräte geführt. Der iPhone-Hersteller strebt damit eine Diversifizierung über den langjährigen Partner Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) hinaus an. Die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium und spiegeln die Bemühungen von Apple wider, die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten für seine maßgeschneiderten Chips zu verringern, die iPhones, iPads und Macs antreiben. Apple habe Intel wegen der potenziellen Nutzung seiner Foundry-Dienste kontaktiert, so Bloomberg.


