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US-Jobdaten überraschen positiv und reißen Aktien ins Minus

Starkes Beschäftigungswachstum schürt Zinserhöhungsängste – Dow Jones verliert fast 700 Punkte, Tech-Werte besonders hart getroffen.

US-Jobdaten überraschen positiv und reißen Aktien ins Minus

Der US-Arbeitsmarkt hat im Mai deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet – und das belastete die Börsen massiv. Das US-Arbeitsministerium meldete am Freitag saisonbereinigt 172.000 neu geschaffene Stellen, mehr als doppelt so viele wie Analysten prognostiziert hatten. Die überraschend starken Daten dämpften die Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung und erhöhten stattdessen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve.

Anleger reagierten mit Verkäufen quer durch alle Marktsegmente. Der Dow Jones Industrial Average fiel um fast 700 Punkte, während der breite S&P 500 um 2,7 Prozent nachgab. Für viele Marktteilnehmer war der Ausverkauf ein deutliches Signal: Gute Wirtschaftsdaten können in einem Umfeld erhöhter Zinssensitivität zur schlechten Nachricht für Aktien werden.

Tech-Giganten verlieren eine Billion Dollar Marktwert

Besonders hart traf es die Technologiewerte. Die neun Billionen-Dollar-Unternehmen im S&P 500 verzeichneten am Freitag einen durchschnittlichen Kursverlust von 5,3 Prozent – was einem kombinierten Marktwertverlust von rund 1,1 Billionen US-Dollar entspricht. Damit wurde an einem einzigen Handelstag ein enormes Vermögen vernichtet.

Unter den Halbleiterwerten, die besonders stark mit dem KI-Boom verknüpft sind, gab es die deutlichsten Verluste. Nvidia büßte rund 6 Prozent ein, Broadcom fiel um fast 8 Prozent und Micron brach sogar um 13 Prozent ein. Diese Unternehmen gelten als Kernprofiteure des Booms rund um Künstliche Intelligenz und stehen daher besonders im Fokus der Anleger.

SpaceX-Börsengang als zusätzlicher Belastungsfaktor

Ein weiterer Faktor könnte die Verkäufe bei großen Tech-Werten verstärkt haben: SpaceX plant seinen Börsengang für Ende der kommenden Woche. Die Aussicht auf ein weiteres Unternehmen mit einem Wert von mehr als einer Billion US-Dollar, das an den Markt drängt, könnte Portfoliomanager dazu veranlassen, bestehende Positionen in anderen großen Tech-Namen zu reduzieren, um Kapital für die Erstnotierung freizumachen.

Analysten des Investmenthauses Jefferies bezeichneten in einem Bericht vom Freitag die großen Technologiewerte als die „wahrscheinlichste Finanzierungsquelle" für Portfoliomanager, die bei der SpaceX-Erstnotierung einsteigen wollen. „Ihre Liquidität, Größe und überproportionale Indexgewichtung machen sie zum Weg des geringsten Widerstands und damit am ehesten geeignet, breit angelegte Verkäufe oder Umschichtungen aufzufangen", hieß es in dem Bericht.

Schlechteste Wochenperformance seit über einem Jahr

Der Ausverkauf am Freitag drückte die wichtigsten US-Aktienindizes für die gesamte Woche deutlich ins Minus. Der S&P 500 verlor auf Wochensicht 2,6 Prozent – seine schlechteste Wochenperformance seit Mai des vergangenen Jahres. Noch stärker traf es den technologielastigen Nasdaq Composite, der die Woche mit einem Minus von 4,7 Prozent abschloss.

Dieser Rückgang beim Nasdaq ist der stärkste seit den sogenannten „Liberation Day"-Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump im April des vergangenen Jahres. Damals hatten weitreichende Zollankündigungen ebenfalls für massive Turbulenzen an den Märkten gesorgt. Die aktuelle Schwäche zeigt, wie empfindlich die Märkte auf makroökonomische Überraschungen reagieren – in beide Richtungen.

Während die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer häufig auf die großen Technologiegiganten gerichtet ist, entwickeln sich kleinere Unternehmen in diesem Jahr laut Marktbeobachtern zu den eigentlichen Gewinnern. Hintergründe dafür sind Spekulation, Ölpreissorgen und rotierende Gewinner im Bereich der Künstlichen Intelligenz – ein Trend, den Anleger genau im Blick behalten sollten.

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