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US-Jobmarkt: Erstanträge steigen, bleiben aber auf solidem Niveau

Trotz geopolitischer Spannungen und Ölpreisschock zeigt sich der US-Arbeitsmarkt weiterhin widerstandsfähig – mit 219.000 neuen Anträgen.

US-Jobmarkt: Erstanträge steigen, bleiben aber auf solidem Niveau

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der Woche bis zum 4. April um 16.000 auf saisonbereinigt 219.000 gestiegen. Das teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich 210.000 Anträge erwartet – der tatsächliche Wert übertraf die Prognose damit deutlich, bleibt aber historisch betrachtet auf einem niedrigen Niveau.

Trotz des Anstiegs stützt eine geringe Zahl an Entlassungen weiterhin den amerikanischen Arbeitsmarkt. Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass Arbeitgeber auf den Ölpreisschock infolge des US-israelischen Krieges mit dem Iran mit einem Stellenabbau reagiert haben. Präsident Donald Trump kündigte am Dienstag einen zweiwöchigen Waffenstillstand an – unter der Bedingung, dass Teheran die blockierte Straße von Hormus wieder öffnet.

Ölpreisschock und Inflationsdruck belasten die Wirtschaft

Der sprunghafte Anstieg der weltweiten Ölpreise hat den nationalen Durchschnittspreis für Benzin in den USA erstmals seit mehr als drei Jahren auf über 4 US-Dollar pro Gallone getrieben. Allein im März wurden rund 3,2 Billionen US-Dollar an Börsenwert vernichtet. Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlicht dies die enge Verflechtung zwischen geopolitischen Ereignissen und den globalen Finanzmärkten.

Ökonomen rechnen für März mit einem deutlichen Inflationssprung: Der Verbraucherpreisindex soll auf Monatsbasis um bis zu 1,0 Prozent steigen, was einem Anstieg von rund 3,3 Prozent im Jahresvergleich entspräche. Das liegt deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank Federal Reserve von 2,0 Prozent.

Fed-Protokoll signalisiert mögliche Zinserhöhungen

Das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der Fed-Zinssitzung vom 17. bis 18. März zeigt eine zunehmend hawkische Stimmung unter den Entscheidungsträgern. Eine wachsende Gruppe von Fed-Mitgliedern war der Ansicht, dass Zinserhöhungen erforderlich sein könnten, um der Inflation entgegenzuwirken. Die Fed beließ ihren Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent – die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in diesem Jahr hat seitdem deutlich abgenommen.

Laut dem Protokoll erwartete die Mehrheit der Entscheidungsträger, dass die Arbeitslosenquote weitgehend unverändert bleibt und dass der Netto-Stellenaufbau sowie das Wachstum der Erwerbsbevölkerung niedrig bleiben. Einige Teilnehmer der Sitzung rechneten hingegen mit einer Abschwächung der Arbeitsmarktbedingungen.

„Low-hire, low-fire": Arbeitsmarkt in der Warteschleife

Ökonomen beschreiben den aktuellen Zustand des US-Arbeitsmarkts als „low-hire, low-fire" – also wenig Neueinstellungen bei gleichzeitig wenig Entlassungen. Als Ursache nennen sie die Unsicherheit, die von Trumps Importzöllen und Massendeportationen ausgeht. Obwohl die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft im März um 178.000 Stellen anstieg, war die mittlere Dauer der Arbeitslosigkeit mit 11,4 Wochen die längste seit fast viereinhalb Jahren.

Die sogenannten Folge- oder Weiterbeziehungsanträge – ein Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen – sanken in der Woche bis zum 28. März um 38.000 auf saisonbereinigt 1,794 Millionen. Dass diese Folgeanträge gegenüber den hohen Werten des Vorjahres gesunken sind, liegt laut Analysten wahrscheinlich daran, dass viele Betroffene ihren Anspruch auf Leistungen erschöpft haben. In den meisten US-Bundesstaaten ist dieser auf 26 Wochen begrenzt.

Besonders hart trifft die träge Arbeitsmarktlage junge Erwachsene ohne oder mit nur geringer Erwerbshistorie. Diese Gruppe hat in der Regel keinen Anspruch auf Arbeitslosenhilfe und ist damit von der aktuellen Flaute am stärksten betroffen.

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