US-Justizministerium genehmigt Mega-Fusion von Paramount und Warner Bros
Nach acht Monaten Prüfung gibt das DOJ grünes Licht – der Deal soll den Wettbewerb im Medienmarkt stärken.

Das US-Justizministerium (DOJ) hat die geplante Übernahme von Warner Bros durch Paramount genehmigt. Nach einer acht Monate langen Prüfung kam die Behörde zu dem Schluss, dass die Transaktion den Wettbewerb im Medien- und Unterhaltungssektor stärken werde. Davon sollen sowohl amerikanische Verbraucher als auch Arbeitnehmer profitieren.
„Die von der Abteilung geprüften umfangreichen Ermittlungsunterlagen deuten darauf hin, dass die Auswirkungen der Transaktion den Wettbewerb im gesamten Medien- und Unterhaltungs-Ökosystem stärken werden, was amerikanischen Verbrauchern und Arbeitnehmern zugutekommt", erklärte das DOJ in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme. Für seine Analyse wertete das Ministerium mehr als zwei Millionen Dokumente von 80 verschiedenen Quellen aus. Dabei wurden Stellungnahmen aus der gesamten Unterhaltungsbranche berücksichtigt.
Paramount begrüßte die Entscheidung und dankte dem DOJ für die gründliche Prüfung. Das Unternehmen erklärte, der Zusammenschluss werde es ermöglichen, in einer Branche besser zu bestehen, die durch einen intensiven Kampf um Zuschauer, Talente, Technologie und Investitionen geprägt sei. „Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, die Transaktion so schnell wie möglich abzuschließen und ihre Vorteile für Verbraucher, Kreative und die gesamte Unterhaltungsindustrie nutzbar zu machen", so Paramount.
Streaming im Fokus: Paramount+ und HBO Max als gemeinsame Kraft
Ein zentrales Argument des DOJ für die Genehmigung ist die Stärkung des Streaming-Marktes. Die Behörde kommt zu dem Schluss, dass ein Zusammenschluss von Paramount+ und HBO Max eine stärkere Alternative zu größeren Streaming-Diensten darstellen und den Wettbewerb fördern würde. Auch im traditionellen Fernsehgeschäft, in dem ein reger Wettbewerb um Live-Sport, Nachrichten und politische Kommentare herrsche, sei kein Schaden zu erwarten.
Im Kinobereich verwies das DOJ auf ein bereits wettbewerbsintensives Umfeld: Paramount und Warner Bros konkurrieren nicht nur mit klassischen Hollywood-Rivalen, sondern auch mit kleineren unabhängigen Studios wie A24 sowie Neueinsteigern wie Apple und Netflix. Das DOJ wies zudem Vergleiche mit der 71 Milliarden Dollar schweren Fusion von Walt Disney und Twenty-First Century Fox zurück, die 2019 abgeschlossen wurde – ein Jahr vor der COVID-19-Pandemie, die das Konsumverhalten des Publikums grundlegend veränderte.
Politische Verflechtungen und ausländische Investoren sorgen für Diskussionen
Der Deal steht auch wegen möglicher politischer Einflussnahme unter Beobachtung. Der Vater von Paramount-CEO David Ellison, Oracle-Mitbegründer Larry Ellison, pflegt Verbindungen zu Präsident Donald Trump, und das Unternehmen hat ehemalige Trump-Beamte eingestellt. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Omeed Assefi betonte jedoch ausdrücklich, dass die Politik die Prüfung durch das DOJ „absolut nicht" beeinflusst habe.
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Zur AktienanalyseNoch nicht abschließend geklärt ist die Beteiligung ausländischer Investoren. Die Federal Communications Commission (FCC) hat einem Antrag noch nicht zugestimmt, der es Staatsfonds aus der Golfregion erlauben würde, bis zu 100 Prozent der Schulden im Rahmen des geplanten 110-Milliarden-Dollar-Deals zu halten. Demokratische Senatoren äußerten Bedenken hinsichtlich der Beteiligung von Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi sowie des chinesischen Unternehmens Tencent – insbesondere, da der fusionierte Konzern die Kontrolle über CBS-Sender sowie bedeutende Kabelnachrichtensender wie CNN innehaben würde. Paramount versicherte, dass neue ausländische Investoren lediglich stimmrechtsloses Eigenkapital erhalten und „keinerlei Einfluss auf die redaktionellen Entscheidungen des Unternehmens haben werden". Die Familie von CEO David Ellison werde weiterhin die stimmberechtigten Anteile kontrollieren.
Widerstand aus Hollywood und von US-Bundesstaaten
Trotz der DOJ-Genehmigung ist der Weg zum Abschluss des Deals noch nicht frei. Mehrere Akteure in Hollywood – darunter Schauspieler, Regisseure, Autoren und Produzenten – haben die Sorge geäußert, dass die Fusion zu weniger Arbeitsplätzen und einer geringeren Vielfalt in der Erzählweise führen könnte. Zudem bereiten Kalifornien, New York und weitere US-Bundesstaaten eine Klage vor, um das Geschäft zu blockieren. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta erklärte auf X, dass die geplante Fusion von Warner Bros und Paramount „weiterhin von meiner Behörde untersucht wird".


