US-Kongress befragt Rubio öffentlich zum Iran-Krieg im vierten Monat
Außenminister Marco Rubio stellt sich erstmals öffentlich Fragen zum Iran-Konflikt – inmitten wachsender Sorgen über steigende Benzinpreise.

WASHINGTON – Mitglieder des US-Senats und des Repräsentantenhauses erhalten diese Woche die seltene Gelegenheit, Außenminister Marco Rubio öffentlich zur Außenpolitik von Präsident Donald Trump zu befragen. Der Anlass: Der Iran-Krieg geht in seinen vierten Monat, und die Ungeduld im Kongress wächst spürbar.
Rubio, der gleichzeitig als Trumps Nationaler Sicherheitsberater fungiert, wird im Rahmen von zwei Anhörungen über zwei Tage hinweg vor dem Auswärtigen Ausschuss des Senats, dem Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses sowie den Unterausschüssen für Mittelzuweisungen beider Kammern aussagen. Thema ist formal der Budgetantrag des Außenministeriums – doch der Iran-Konflikt dürfte im Mittelpunkt stehen.
Bis Januar 2025 war Rubio selbst Senator für Florida. Nun sitzt er auf der anderen Seite des Verhandlungstisches. Bislang hat er sich nur hinter verschlossenen Türen gegenüber Kongressmitgliedern zum Iran-Krieg geäußert – eine öffentliche Aussage steht noch aus.
Krieg begann am 28. Februar mit US- und israelischen Angriffen
Der Iran-Konflikt startete am 28. Februar mit gemeinsamen Angriffen der USA und Israels. Seitdem wächst der Druck auf die Trump-Administration, eine klare Ausstiegsstrategie zu präsentieren. Abgeordnete beider Parteien äußerten die Hoffnung, dass Rubio bei den Anhörungen endlich eine solche Strategie darlegen wird.
Besonders deutlich wurde der demokratische Senator Chris Murphy aus Connecticut. „Wir müssen diesen Krieg einfach beenden, ungeachtet der Bedingungen zum jetzigen Zeitpunkt", sagte Murphy am Sonntag in der CBS-Sendung „Face the Nation". Er verwies dabei auf die massiv gestiegenen Benzinpreise und kritisierte Trump dafür, Sanktionen gegen russisches Öl gelockert zu haben, um die durch den Konflikt ausgelösten hohen Energiepreise zu dämpfen.
Die steigenden Preise treffen amerikanische Verbraucher und Unternehmen hart. Trumps republikanische Parteikollegen hoffen, dass er die Wiedereröffnung der Straße von Hormus – einer strategisch entscheidenden Meerenge für den globalen Ölhandel – erwirken und die US-Benzinpreise vor den Wahlen im November senken kann. Bei diesen Wahlen entscheidet sich, ob die Republikaner ihre knappen Mehrheiten im Kongress behalten.
Spagat zwischen Hardlinern und Pragmatikern
Trump steht dabei vor einem schwierigen Balanceakt: Auf der einen Seite drängen Iran-Hardliner in seiner eigenen Partei, die jegliche Zugeständnisse gegenüber Teheran strikt ablehnen. Auf der anderen Seite wächst der Druck, den Konflikt zu beenden und die wirtschaftlichen Folgen für die amerikanische Bevölkerung zu begrenzen.
Trump und seine Unterstützer betonen, dass sich der Krieg gelohnt habe, wenn er den Iran dauerhaft daran hindert, eine Atomwaffe zu erlangen. Trump versichert seit Wochen, er werde eine gute Einigung zur Beendigung des Konflikts erzielen und die Benzinpreise würden sinken.
Im vergangenen Monat stimmte der US-Senat dafür, eine Resolution zur Kriegsvollmacht voranzutreiben, die den Iran-Konflikt beenden würde – sofern Trump nicht die Genehmigung des Kongresses einholt. Tage später verschob die Führung des Repräsentantenhauses abrupt eine Abstimmung über eine ähnliche Resolution, als sich deren Annahme abzeichnete. Dieser Schritt verdeutlicht die politische Zerrissenheit innerhalb der Regierungspartei.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseWeitere außenpolitische Baustellen: Venezuela und Kuba
Neben dem Iran stehen weitere außenpolitische Themen auf der Agenda der Anhörungen. Kongressmitglieder fordern mehr Informationen über Venezuela, nachdem Trump am 3. Januar US-Streitkräfte entsandt hatte, um den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festzunehmen. Maduros Stellvertreter fungiert seitdem als amtierender Präsident, und Pläne für Neuwahlen gibt es derzeit nicht.
Zusätzlich gibt es Fragen zum Beschuss von Booten vor der Küste Venezuelas durch US-Streitkräfte seit September. Die Regierung erklärt, diese Kampagne ziele darauf ab, „Drogenhändler" zu stoppen – dabei wurden mehr als 200 Menschen getötet. Auch Trumps Pläne für das kommunistisch geführte Kuba sorgen für Unruhe, da die Besorgnis über einen möglichen US-Militärangriff wächst, während die Regierung den Druck auf die Insel erhöht.
Parallel zu diesen außenpolitischen Spannungen strebt die Trump-Administration die Zustimmung des Kongresses für eine geplante Kürzung des Außenpolitik-Budgets um 30 Prozent an – bei gleichzeitiger Forderung nach einer Erhöhung der Militärausgaben um 50 Prozent. Diese Kombination dürfte bei den Anhörungen für zusätzlichen Zündstoff sorgen.


