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US-Kongress debattiert dauerhaftes Ende der Zeitumstellung

Das Repräsentantenhaus stimmt diese Woche über den „Sunshine Protection Act" ab – doch Einigkeit über die richtige Lösung fehlt.

US-Kongress debattiert dauerhaftes Ende der Zeitumstellung

WASHINGTON – Das US-Repräsentantenhaus steht kurz vor einer wegweisenden Abstimmung über die dauerhafte Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung. Diese Woche berät das Plenum über den sogenannten „Sunshine Protection Act", der die ganzjährige Sommerzeit in den Vereinigten Staaten einführen würde. Zuvor tritt der Geschäftsordnungsausschuss zusammen, um mögliche Änderungsanträge zu prüfen.

Der Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses hatte den Gesetzentwurf bereits im Mai mit einem überwältigenden Ergebnis von 48 zu 1 Stimmen gebilligt. Auch der US-Senat hatte bereits im März 2022 einstimmig für eine dauerhafte Sommerzeit gestimmt – doch das Repräsentantenhaus griff die Maßnahme damals angesichts von Widerständen nicht auf. Nun unternimmt der Kongress einen neuen Anlauf.

Zwei konkurrierende Vorschläge im Kongress

Nicht alle Abgeordneten sind sich einig, welche Zeit dauerhaft gelten soll. Eine Gruppe von Gesetzgebern bevorzugt die Sommerzeit, während eine andere Fraktion die Normalzeit als dauerhaften Standard etablieren möchte. In der vergangenen Woche brachten die Abgeordneten Pat Harrigan und Mary Gay Scanlon den „Sunshine for Our Kids Act" ein, der die Normalzeit landesweit festschreiben würde – mit der Möglichkeit für Bundesstaaten, sich dennoch für die Sommerzeit zu entscheiden.

Harrigan und Scanlon argumentieren, dass die Normalzeit dazu beiträgt, die Morgenstunden besser mit dem natürlichen Licht und den zirkadianen Rhythmen des menschlichen Körpers in Einklang zu bringen. Beide Vorschläge eint jedoch das gemeinsame Ziel: das lästige Vor- und Zurückstellen der Uhren zweimal im Jahr zu beenden.

Gesundheit und Wirtschaft als zentrale Argumente

Befürworter der dauerhaften Sommerzeit führen eine Reihe von Argumenten ins Feld. Sie verweisen auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach die halbjährliche Zeitumstellung zu Schlafstörungen, einer höheren Zahl von Arbeitsunfällen und mehr Verkehrsunfällen führt. Zudem sind sie überzeugt, dass hellere Abende im Winter die Wirtschaftsaktivität ankurbeln würden.

Kritiker hingegen warnen vor den Folgen einer dauerhaften Sommerzeit im Winter. US-Senator Tom Cotton, Republikaner aus Arkansas, lehnt den Entwurf ab und argumentiert, dies würde zu absurd späten Sonnenaufgängen führen. In weiten Teilen des Landes müssten Kinder dann im Dunkeln zur Schule gehen, so Cotton.

Historischer Hintergrund: Gescheiterte Versuche in der Vergangenheit

Die Debatte ist nicht neu. Die Sommerzeit ist seit den 1960er Jahren in fast allen Teilen der Vereinigten Staaten in Kraft. Bereits während des Zweiten Weltkriegs nutzten die USA die ganzjährige Sommerzeit. 1974 führte der Kongress sie erneut ein, um den Energieverbrauch zu senken – doch die Maßnahme erwies sich als äußerst unpopulär und wurde noch im selben Jahr wieder abgeschafft.

Derzeit wenden die Bundesstaaten Hawaii und Arizona die Sommerzeit nicht an. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht vor, dass Bundesstaaten von einer Ausnahmeregelung Gebrauch machen können. Präsident Donald Trump hat sich vehement für ein Ende der halbjährlichen Zeitumstellung ausgesprochen.

Sollte der „Sunshine Protection Act" das Repräsentantenhaus passieren, müsste der Senat erneut über die Maßnahme abstimmen. Ob dort eine Mehrheit zustande kommt, ist angesichts des Widerstands von Senatoren wie Tom Cotton ungewiss. Für Millionen Amerikaner – und auch für internationale Unternehmen mit US-Geschäften – könnte die Entscheidung weitreichende praktische Konsequenzen haben.

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