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US-Kongress untersucht chinesische KI-Modelle in amerikanischen Unternehmen

Zwei Ausschüsse des US-Repräsentantenhauses prüfen, ob chinesische KI-Modelle eine Sicherheitsbedrohung für US-Unternehmen darstellen.

US-Kongress untersucht chinesische KI-Modelle in amerikanischen Unternehmen

US-Abgeordnete erwägen konkrete Maßnahmen gegen die wachsende Nutzung chinesischer KI-Modelle durch amerikanische Unternehmen. Der Ausschuss für Heimatschutz und der Sonderausschuss für China des Repräsentantenhauses haben im April eine gemeinsame Untersuchung eingeleitet. Hintergrund sind zunehmende geopolitische Spannungen rund um künstliche Intelligenz, die sich zu einem zentralen Rivalitätspunkt zwischen den USA und China entwickelt hat.

Chinesische KI-Modelle gewinnen bei US-Unternehmen an Attraktivität, weil sie die Leistungslücke zu amerikanischen Konkurrenten schließen und gleichzeitig kostengünstiger in der Anwendung sind. Tech-Chefs wie Brian Armstrong von Coinbase und Flo Crivello vom KI-Startup Lindy haben öffentlich für den Einsatz chinesischer Modelle geworben, um Betriebskosten zu senken. Die Nutzung solcher Modelle durch US-Unternehmen ist bislang nicht verboten, während einzelne Regierungsbehörden den Einsatz von Modellen wie DeepSeek bereits untersagt haben.

Cursor und Airbnb im Fokus der Untersuchung

Als ersten Schritt ihrer Untersuchung schrieben die Ausschussvorsitzenden Briefe an die Unternehmen Cursor und Airbnb bezüglich deren Nutzung oder Exposition gegenüber in China entwickelten KI-Modellen. Cursor, das dem KI-Coding-Bereich zuzuordnen ist und laut Berichten von Elon Musks SpaceX für 60 Milliarden US-Dollar übernommen werden soll, hat sein Modell Composer 2 unter Verwendung des chinesischen KI-Modells Kimi von Moonshot AI entwickelt. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme gegenüber CNBC ab.

Airbnb reagierte hingegen mit einer Erklärung: Die KI-Aktivitäten des Unternehmens basierten „überwiegend auf Modellen US-amerikanischen Ursprungs". Man nutze eine „begrenzte Anzahl von Modellen chinesischen Ursprungs, die alle Open-Source sind und ausschließlich über zugelassene, in den USA ansässige Dienstleister betrieben werden, wodurch Daten und Betriebsabläufe getrennt und geschützt bleiben".

Vorwürfe und Gegenreaktionen auf beiden Seiten

Die Trump-Regierung hatte im April chinesischen Akteuren vorgeworfen, „Kampagnen im industriellen Maßstab" zu führen, um US-KI-Systeme zu kopieren, und angekündigt, Wege zu prüfen, ausländische Akteure zur Rechenschaft zu ziehen. Peking erwägt seinerseits, den Zugang aus dem Ausland zu Chinas führenden KI-Modellen einzuschränken, wie Reuters berichtete. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft im Vereinigten Königreich wies die Vorwürfe zurück und erklärte, China „lehne haltlose Anschuldigungen und böswillige Verleumdungen gegen seine KI-Entwicklung ab". Chinas KI-Sektor basiere auf „Eigenständigkeit sowie Stärke in Wissenschaft und Technologie".

Andy Ogles, Vorsitzender des Unterausschusses für Cybersicherheit und Infrastrukturschutz, hat eine „ernsthafte Strategie" gefordert, um sicherzustellen, dass amerikanische Modelle eine „echte Alternative" zu chinesischen Angeboten darstellen. Die Debatte zeigt, wie stark KI-Technologie zur Frage nationaler Sicherheit geworden ist.

Mögliche Maßnahmen: Verbote im Beschaffungswesen

Experten diskutieren verschiedene Ansätze, um die Nutzung chinesischer KI-Modelle einzudämmen. Kyle Chan, Fellow am John L. Thornton China Center des Brookings Institution, nannte gegenüber CNBC die Möglichkeit von Verboten im öffentlichen Beschaffungswesen. Dabei würde Regierungsbehörden und privaten Unternehmen, die für die US-Regierung tätig sind, die Nutzung chinesischer KI-Modelle untersagt.

Daniel Remler, Senior Fellow beim Think Tank Center for a New American Security (CNAS), warnte jedoch vor Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Neben möglichem Schutz durch den ersten Verfassungszusatz könnte die Regierung besorgt sein, dass „Maßnahmen gegen chinesische Modelle Start-ups schaden könnten, die diese Modelle nutzen, oder die Unterstützung für offene Modelle im Allgemeinen dämpfen könnten". Als alternativen Ansatz nannte Remler die gezielte Verbreitung von Erkenntnissen über Risiken und Schwachstellen chinesischer KI-Modelle an US-Unternehmen.

Die Untersuchung beleuchtet damit nicht nur die Sicherheitsfrage, sondern auch das wirtschaftliche Dilemma: Günstigere chinesische Modelle sind für viele US-Unternehmen und Start-ups attraktiv, während die Politik auf nationaler Sicherheit und technologischer Unabhängigkeit besteht.

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