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US-Kongressmitglieder kaufen SpaceX-Aktien nach historischem Rekord-Börsengang

Zwei Abgeordnete offenbarten Käufe von SpaceX-Aktien kurz nach dem größten Börsengang der Geschichte mit 75 Milliarden Dollar Volumen.

US-Kongressmitglieder kaufen SpaceX-Aktien nach historischem Rekord-Börsengang

Zwei US-Kongressabgeordnete haben laut öffentlich zugänglichen Finanzunterlagen des Repräsentantenhauses SpaceX-Aktien kurz nach dem historischen Börsengang des Unternehmens erworben. Der Republikaner Dan Meuser aus Pennsylvania und der Demokrat Gil Cisneros aus Kalifornien legten die Transaktionen pflichtgemäß offen – doch ihre Ausschusszugehörigkeiten machen die Käufe politisch brisant.

Meuser gab bekannt, dass sein unterhaltsberechtigtes Kind am 15. Juni SpaceX-Aktien im Wert von 15.001 bis 50.000 US-Dollar erworben hat. Laut den Finanzberichten war dies das erste Mal seit mehreren Jahren, dass Meuser oder eines seiner Familienmitglieder Aktien eines einzelnen Unternehmens gekauft hat. Cisneros legte einen Kauf vom 18. Juni im Wert von 1.001 bis 15.000 US-Dollar offen. In einer Erklärung gegenüber CNBC teilte Cisneros mit, dass er sein Portfolio nicht persönlich verwalte. Ein Sprecher von Meuser reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Der größte Börsengang der Geschichte

SpaceX, das Luft- und Raumfahrt- sowie Satellitenunternehmen von Elon Musk, ging am 12. Juni an die Börse und erzielte dabei rund 75 Milliarden US-Dollar – der bisher größte Börsengang der Geschichte. Die Aktien starteten bei 150 US-Dollar und trieben den Marktwert des Unternehmens schnell auf über 2 Billionen US-Dollar. Damit wurde die Notierung zu einem Test für die öffentliche Nachfrage rund um Musk und das Thema Künstliche Intelligenz.

Am Donnerstag schlossen die SpaceX-Aktien bei 162 US-Dollar, was einem Plus von rund 8 Prozent gegenüber dem Eröffnungskurs entspricht. Allerdings liegt der Kurs damit noch etwa 20 Prozent unter dem Schlusskurshoch vom 16. Juni, als die Aktie bei 201,80 US-Dollar notierte.

Politisch brisante Ausschusszugehörigkeiten

Besonders heikel ist die Situation aufgrund der Ausschussrollen der beiden Abgeordneten. Meuser sitzt im House Financial Services Committee, dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses, der für das Wertpapier- und Börsenwesen zuständig ist. Cisneros ist Mitglied im House Armed Services Committee, dem Streitkräfteausschuss, der das Verteidigungsministerium beaufsichtigt – und damit einen der wichtigsten Kunden von SpaceX kontrolliert.

Es gibt jedoch keine Beweise dafür, dass Meuser oder Cisneros auf der Grundlage nicht öffentlicher Informationen gehandelt oder gegen Gesetze verstoßen haben. Mitgliedern des Kongresses und ihren unmittelbaren Familienangehörigen ist es grundsätzlich gestattet, Einzelaktien zu besitzen und zu handeln, sofern sie die Offenlegungsvorschriften einhalten und keine vertraulichen Informationen aus ihren Ämtern nutzen.

STOCK Act regelt Offenlegungspflichten

Der sogenannte STOCK Act verpflichtet US-Gesetzgeber dazu, Transaktionen von sich selbst, ihren Ehepartnern und unterhaltsberechtigten Kindern offenzulegen. Dieses Gesetz soll Insiderhandel durch Kongressmitglieder verhindern und Transparenz sicherstellen. Die nun bekannt gewordenen Käufe sind die ersten dokumentierten direkten SpaceX-Aktienkäufe durch Kongressmitglieder seit dem Börsengang.

CNBC hatte zuvor bereits berichtet, dass die Republikanerin Lisa McClain aus Michigan, eine der führenden Köpfe der Republikaner im Repräsentantenhaus, über eine Familieninvestition verfügte, die vom Börsendebüt von SpaceX profitieren sollte. Ihr Ehemann hatte zuvor xAI-Anteile im Wert von bis zu 250.000 US-Dollar gekauft, bevor Musk das KI-Unternehmen in SpaceX eingliederte. Auch hier gibt es keine Beweise für den Einsatz nicht öffentlicher Informationen.

Welle großer Tech-Börsengänge erwartet

Der SpaceX-Börsengang gilt als Startschuss für eine mögliche Welle massiver Börsengänge privater Technologieunternehmen. Der KI-Riese Anthropic hat vertraulich einen US-Börsengang beantragt, und der Konkurrent OpenAI folgte kurz darauf mit dem Ziel einer Bewertung, die eine Billion US-Dollar erreichen könnte. Musk und seine Unternehmen sind zu zunehmend wichtigen Akteuren in der Politik der Republikaner und bei Bundesaufträgen geworden, was die politische Dimension solcher Investitionen durch Kongressmitglieder weiter verstärkt.

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