US-Konsumgüterriesen wachsen im Ausland stärker als im Heimatmarkt
Kraft Heinz, Colgate und Starbucks profitieren von starkem Auslandsgeschäft, während US-Inlandsverkäufe unter Inflationsdruck leiden.

Namhafte US-Konsumgüterkonzerne wie Kraft Heinz, Colgate-Palmolive und Starbucks verzeichnen derzeit ein bemerkenswertes Muster: Ihr Wachstum kommt zunehmend aus dem Ausland. Während die Verkäufe im amerikanischen Heimatmarkt ins Stocken geraten, liefern internationale Märkte – allen voran die Schwellenländer – solide Zuwächse beim Umsatz.
Besonders Gastronomieketten wie Starbucks und KFC profitieren von der Expansion ins Ausland. Dort bieten sich mehr Möglichkeiten für neue Filialeröffnungen, die den Gesamtumsatz der Konzerne ankurbeln können. In vielen Schwellenländern wächst die Mittelschicht, was die Nachfrage nach westlichen Marken und Restaurantketten antreibt.
Inflationsdruck belastet US-Verbraucher
Im Inland hingegen zeigt sich ein anderes Bild: Der Absatz von Alltagsgegenständen – von Servietten bis hin zu Salatschüsseln – verlangsamt sich in den USA spürbar. Amerikanische Konsumenten tätigen ihre Ausgaben zunehmend selektiver, belastet durch anhaltende Inflation und wachsende Sorgen über die wirtschaftliche Lage. Das berichten die Unternehmensführungen der betroffenen Konzerne übereinstimmend.
Mike Hsu, Vorstandsvorsitzender von Kimberly-Clark – dem Hersteller bekannter Marken wie Huggies-Windeln und Scott-Papiertücher – brachte die Lage auf den Punkt. „Die Verbraucher stehen eindeutig unter erhöhtem Druck", sagte er in einer Telefonkonferenz zu den jüngsten Quartalsergebnissen. Kimberly-Clark ist ein typisches Beispiel für einen Konzern, dessen Produkte zum täglichen Grundbedarf gehören und dennoch von einem veränderten Kaufverhalten betroffen sind.
Schwellenländer als Wachstumsmotor
Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung besonders relevant, da viele der genannten US-Konzerne auch an deutschen und europäischen Börsen gehandelt werden oder in internationalen Indizes stark gewichtet sind. Die Verlagerung des Wachstums in Richtung Schwellenländer ist eine Strategie, die auch europäische Konsumgüterhersteller wie Unilever oder Nestlé seit Jahren verfolgen.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklung zeigt, dass der Sektor der Basiskonsumgüter – auf Englisch „Consumer Staples" – trotz seiner defensiven Natur nicht immun gegen wirtschaftliche Gegenwind ist. Produkte des täglichen Bedarfs gelten zwar als krisenresistent, doch auch hier können Verbraucher auf günstigere Eigenmarken ausweichen oder Käufe aufschieben. Genau das scheint in den USA derzeit zu geschehen.
Die Strategie der internationalen Diversifizierung zahlt sich für die betroffenen Unternehmen aktuell aus. Solange die Kaufzurückhaltung der US-Konsumenten anhält, dürften Auslandsmärkte – insbesondere in Asien, Lateinamerika und Afrika – für die großen amerikanischen Konsumgüterkonzerne an strategischer Bedeutung weiter gewinnen.


