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US-Kreditkartensäumnisse bleiben immer länger in Bonitätsauskünften sichtbar

Forscher der New York Fed warnen: Negative Einträge bei Kreditkartenschulden verweilen heute doppelt so lang in Kreditauskünften wie noch vor zehn Jahren.

US-Kreditkartensäumnisse bleiben immer länger in Bonitätsauskünften sichtbar

Wer in den USA seine Kreditkartenrechnung nicht bezahlt, trägt die Konsequenzen heute deutlich länger in seiner Bonitätsakte. Zwischen 2004 und 2012 tauchten rund 40 Prozent der ausgebuchten Forderungen ein Jahr später noch immer in den Kreditberichten der Schuldner auf. Bis 2024 hat sich dieser Anteil laut Forschern der Federal Reserve Bank of New York verdoppelt – ein markanter Anstieg, der die finanzielle Bewegungsfreiheit vieler US-Verbraucher einschränkt.

Die Erkenntnisse wurden in einem Blogbeitrag veröffentlicht, den die New York Fed an einem Dienstag publizierte. Die Forscher untersuchten dabei, wie lange sogenannte Charge-offs – also Forderungen, die Kreditgeber als uneinbringlich abschreiben – in den Bonitätsprofilen der Betroffenen verbleiben. Das Ergebnis zeigt eine klare Verschlechterung gegenüber den Vorjahren.

Stabilisierung bei alternativer Berechnungsmethode

Interessanterweise zeichnet sich ein differenzierteres Bild ab, wenn eine alternative Berechnungsmethode herangezogen wird. Klammern die Forscher schwerwiegend wertgeminderte Salden aus ihrer Analyse aus, stabilisiert sich das Tempo der Zahlungsausfälle nach 2024. Das deutet darauf hin, dass ein Teil des beobachteten Anstiegs auf methodische Effekte zurückzuführen sein könnte.

Eine weitere Kennzahl, die Kredite erfasst, die seit kurzem 90 Tage oder länger überfällig sind, liefert ein ähnlich gemischtes Bild: Die Belastung bei Kreditkarten verharrt demnach auf einem erhöhten Niveau, hat sich in den vergangenen Jahren jedoch nicht wesentlich weiter verschlechtert. Für Verbraucher und Kreditgeber ist das ein schwacher Trost – die Ausgangslage bleibt angespannt.

Gesamtschuldenstand der US-Verbraucher sinkt leicht

Parallel dazu veröffentlichte die Federal Reserve ihre vierteljährliche Datenanalyse zu den Verbraucherschulden in den USA. Demnach sank der Gesamtschuldenstand im zweiten Quartal um 13 Milliarden US-Dollar. Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Marktes ist das ein relevantes Signal, da die Konsumnachfrage in den Vereinigten Staaten maßgeblich von der Kreditverfügbarkeit und der Schuldentragfähigkeit der Haushalte abhängt.

Die Entwicklung verlief dabei nicht einheitlich über alle Kreditkategorien hinweg:

Rückgang:

Hypothekensalden und Studienkredite verzeichneten einen leichten Rückgang

Anstieg:

Immobilienkreditlinien, Kreditkartensalden und Autokredite legten zu

Die Ausfallraten bei Konsumkrediten insgesamt blieben im zweiten Quartal stabil, was zumindest kurzfristig keine weitere Eskalation der Lage signalisiert. Dennoch bleibt die strukturelle Verschiebung bei der Sichtbarkeit von Säumnissen in Kreditauskünften ein Warnsignal für die langfristige finanzielle Gesundheit amerikanischer Haushalte.

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