US-Medienbranche streitet über Eigentumsgrenzen für TV-Sender
In Washington prallen unterschiedliche Ansichten über die Zukunft der nationalen Rundfunk-Eigentumsregeln aufeinander. Während Newsmax die bestehende 39-Prozent-Obergrenze verteidigt, fordern große Sendeanstalten deren Abschaffung.

Der Handelsausschuss des US-Senats befasst sich am Dienstag mit einer 85 Jahre alten Regelung, die Fernsehsendern verbietet, mehr als 39 Prozent aller US-Fernsehhaushalte zu erreichen. Die Anhörung bringt zwei gegensätzliche Lager zusammen, die unterschiedliche Visionen für die Zukunft der amerikanischen Medienlandschaft vertreten.
Newsmax verteidigt Wettbewerbsschutz
Chris Ruddy, CEO des konservativen Kabelnachrichtensenders Newsmax, wird vor den Abgeordneten argumentieren, dass die Eigentumsgrenze "einer der letzten bedeutenden Schutzmechanismen für Wettbewerb und Vielfalt im Rundfunk- und Kabel-Ökosystem" darstellt. Aus seiner Sicht verhindert die Regelung eine übermäßige Medienkonzentration und sichert die Meinungsvielfalt.
Branchenverband fordert Deregulierung
Die National Association of Broadcasters (NAB), die große Fernsehsender vertritt, sieht die Situation völlig anders. Der Verband appelliert an den Kongress, die Beschränkungen aufzuheben, die nach seiner Einschätzung die Wettbewerbsfähigkeit der Sender bei Publikum, Werbung und Programmgestaltung einschränken. Es sei "längst an der Zeit, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und diese veraltete Beschränkung aufzuheben", heißt es in der Stellungnahme.
Historischer Kontext der Regelung
Die nationale Eigentumsobergrenze wurde vor 85 Jahren eingeführt, um eine zu starke Konzentration von Medienmacht zu verhindern. In einer Zeit, in der Streaming-Dienste und digitale Plattformen die traditionellen Rundfunkmodelle herausfordern, stellt sich die Frage, ob diese Regelung noch zeitgemäß ist oder ob sie etablierte Sender im Wettbewerb mit neuen Medienformen behindert.
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Zur AktienanalyseBedeutung für den deutschen Markt
Die Debatte in den USA hat auch Relevanz für Europa. Auch in Deutschland gibt es ähnliche Diskussionen über Medienkonzentration und Vielfaltssicherung, wenn auch unter anderen regulatorischen Rahmenbedingungen. Die Entscheidung des US-Kongresses könnte Signalwirkung für andere Märkte haben.


