US-Mietmarkt: Fast 40 Prozent der Vermieter machen Zugeständnisse
Mietfreie Monate, keine Gebühren, kostenloses Parken: Der US-Mietmarkt dreht sich zugunsten der Mieter.

Der US-amerikanische Mietmarkt erlebt eine spürbare Abkühlung. Fast 40 Prozent aller Mietangebote enthalten mittlerweile Vergünstigungen, da Vermieter zunehmend um die Belegung ihrer Einheiten konkurrieren. Das zeigen aktuelle Daten des Immobilienportals Zillow vom März 2026.
Die durchschnittliche Angebotsmiete für US-Apartments und Häuser liegt derzeit bei rund 1.910 US-Dollar pro Monat – ein Anstieg von 1,8 Prozent im Jahresvergleich. Damit wächst die Miete zwar noch, doch das Tempo ist das schwächste seit dem Jahr 2020. Entscheidend: Das Einkommenswachstum übertrifft diesen Anstieg, was die Erschwinglichkeit leicht verbessert hat.
Der Anteil des Einkommens, den ein durchschnittlicher US-Haushalt für die Miete aufwendet, sank im bis März endenden Jahr von 29,4 Prozent auf 26,5 Prozent. Das ist eine merkliche Entlastung für Millionen Mieter, die in den vergangenen Jahren unter stark steigenden Wohnkosten gelitten haben.
Angebotswelle erreicht den Markt
Der Hauptgrund für die Entspannung liegt im stark gestiegenen Wohnungsangebot. Der Bau von Mehrfamilienhäusern – primär Apartmentgebäude – ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Laut einer Analyse der National Association of Home Builders wurden im Jahr 2024 insgesamt 608.000 Einheiten fertiggestellt – der höchste Stand seit 1986.
„Was wir derzeit erleben, ist das Ergebnis einer Angebotswelle, die endlich die Nachfrage einholt, was den Mietern mehr Optionen bietet und die Vermieter zwingt, wettbewerbsfähiger zu sein", sagt Senada Adžem, Luxusimmobilienmaklerin bei Douglas Elliman.
Gleichzeitig sind die Leerstandsquoten von ihrem ungewöhnlich niedrigen Niveau nach der Pandemie wieder gestiegen. Mehr verfügbare Einheiten erhöhen den Wettbewerb unter Vermietern und drücken auf die Mietpreise. Zillow zufolge wird die neue Angebotswelle noch immer vom Markt absorbiert, was den Mietern mehr Auswahlmöglichkeiten verschafft.
Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Viele Hausbesitzer entscheiden sich derzeit für die Vermietung statt für einen Verkauf ihrer Immobilien – um ihre niedrigen Hypothekenzinsen nicht aufzugeben. Wer sich 2021 einen Zinssatz von rund 3 Prozent gesichert hat, will diesen Vorteil nicht gegen die heute üblichen rund 6,2 Prozent tauschen. „Dieses zusätzliche Angebot trägt wahrscheinlich dazu bei, das Mietwachstum zu bremsen", sagt Kara Ng, leitende Ökonomin bei Zillow.
Typische Zugeständnisse der Vermieter
Die Vergünstigungen, die Vermieter derzeit anbieten, sind vielfältig. Zu den häufigsten zählen:
- Ein Gratismonat bei einem 12-monatigen Mietvertrag
- Verzicht auf Bewerbungs- oder Einzugsgebühren
- Extras wie kostenloses Parken
„Am häufigsten sind ein Gratismonat bei einem 12-monatigen Mietvertrag sowie der Verzicht auf Bewerbungs- oder Einzugsgebühren", bestätigt Erik Leland, Immobilienmakler bei Realty First in Oregon. Er rät Mietern, diese Situation aktiv zu nutzen und selbstbewusst zu verhandeln – etwa nach dem Gratismonat im Voraus oder zusätzlicher zeitlicher Flexibilität zu fragen.
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mietzugeständnisse in 30 der 50 größten US-Metropolregionen gestiegen. Doch nicht alle Städte profitieren gleichermaßen von der Entspannung.
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Zur AktienanalyseAusnahmen: New York und San Francisco bleiben angespannt
Märkte wie San Francisco und New York City bilden weiterhin eine Ausnahme. In New York City stiegen die Mieten laut Zillow-Daten um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „In Manhattan ist das Angebot miserabel und Besichtigungstermine sind ein chaotisches Durcheinander, bei dem mindestens 20 Personen um dieselbe Wohnung konkurrieren", sagt Abigail Godfrey, Immobilienmaklerin bei Coldwell Banker Warburg in New York.
Diese angespannten Bedingungen sind jedoch die Ausnahme. In weiten Teilen der USA führt das größere Angebot dazu, dass Vermieter aktiv Zugeständnisse machen müssen, um Mieter anzulocken.
Für die Zukunft gibt es allerdings einen Vorbehalt: Baugenehmigungen – ein Indikator für künftige Bautätigkeit – sind von ihrem Höchststand im Jahr 2022 zurückgegangen. Das deutet darauf hin, dass in den kommenden Jahren weniger neue Einheiten auf den Markt kommen könnten. „Wenn Sie sich in einem Markt mit viel neuem Bestand befinden, besteht jetzt die Möglichkeit, sich günstige Konditionen zu sichern, bevor sich das Angebot in den nächsten 12 bis 24 Monaten wieder verknappt", so Adžem.


