US-Notenbank Fed schlägt neue Zahlungskonten für Fintechs vor
Die Federal Reserve will Fintechs Zugang zur eigenen Zahlungsinfrastruktur ermöglichen – mit eingeschränkten Rechten und weniger Schutz als Banken.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch einen neuen Typ von Zahlungskonten vorgeschlagen, der speziell für Nicht-Banken wie Fintech-Unternehmen konzipiert ist. Diese Konten sollen es entsprechenden Unternehmen ermöglichen, Gelder über die Zahlungsinfrastruktur der Fed zu bewegen. Allerdings bieten sie weniger Schutzmechanismen als herkömmliche Bankkonten.
Die vorgeschlagenen Konten schließen den Zugang zu Intraday-Krediten sowie zum sogenannten Diskontfenster der Fed ausdrücklich aus. Das Diskontfenster ist ein zentrales Instrument, über das Banken in Liquiditätsengpässen kurzfristig Kredite von der Notenbank erhalten können. Darüber hinaus würden Unternehmen, die solche Konten nutzen, keine Zinsen auf bei der Fed gehaltene Reserven erhalten.
Ziel: Breiteren Zugang bei begrenztem Risiko
Der Vorschlag steht im Einklang mit früheren Arbeiten der Fed, in denen diese verschlankten Kontenmodelle bereits untersucht wurden. Die Notenbank verfolgt damit das Ziel, den Zugang zur eigenen Zahlungsinfrastruktur auszuweiten und gleichzeitig potenzielle Risiken für das Finanzsystem zu begrenzen. Es handelt sich also um einen Balanceakt zwischen Öffnung und Kontrolle.
Wichtig für die rechtliche Einordnung: Der Vorschlag würde die gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen für Fed-Konten laut der Zentralbank weder erweitern noch verändern. Die bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen bleiben damit grundsätzlich unangetastet. Es geht vielmehr um eine neue Kontokategorie innerhalb des bestehenden rechtlichen Rahmens.
Regionale Fed-Banken sollen Entscheidungen vorerst aussetzen
Parallel zum Vorschlag forderte die Fed die regionalen Federal Reserve Banks auf, Entscheidungen über die Vergabe nicht-traditioneller Konten auszusetzen. Diese Pause soll so lange gelten, bis die Arbeiten an der neuen Richtlinie vollständig abgeschlossen sind. Damit will die Notenbank einen einheitlichen und koordinierten Ansatz sicherstellen.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Beobachter und Anleger ist dieser Schritt im Kontext der globalen Debatte um die Regulierung von Fintech-Unternehmen relevant. Auch in Europa diskutieren Regulatoren intensiv darüber, wie Nicht-Banken Zugang zu Zahlungssystemen erhalten können, ohne dabei systemische Risiken zu erzeugen. Der Fed-Vorschlag könnte als Referenzmodell für ähnliche Überlegungen in anderen Ländern dienen.
Fintech-Unternehmen drängen seit Jahren darauf, direkten Zugang zu den Zahlungssystemen der Zentralbanken zu erhalten, um Transaktionen schneller und günstiger abwickeln zu können. Bislang waren sie dabei auf die Zusammenarbeit mit lizenzierten Banken angewiesen. Der neue Vorschlag der Fed könnte diesen Unternehmen einen direkteren Weg eröffnen – wenn auch mit klaren Einschränkungen.


