US-Ölbranche erlebt Einbruch bei Übernahmen
Niedrige Rohölpreise bremsen Investoren – Gasgeschäft zeigt als einziger Bereich Zuwächse

Die Zahl der Fusionen und Übernahmen im US-amerikanischen Öl- und Gassektor ist im dritten Quartal deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Analyseunternehmens Enverus sank das Volumen der Transaktionen um rund 28 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf insgesamt 9,7 Milliarden Dollar. Damit setzte sich der Rückgang der vergangenen Quartale fort. Hauptgrund für die schwache Entwicklung sind die anhaltend niedrigen Rohölpreise, die potenzielle Käufer vorsichtig agieren lassen.
Nach einer Phase außergewöhnlich hoher Aktivität in den Jahren 2023 und 2024 hat sich der Markt damit deutlich abgekühlt. Während im Jahr 2023 noch Übernahmen im Gesamtwert von 192 Milliarden Dollar verzeichnet wurden, fiel die Summe im Jahr 2024 auf 105 Milliarden Dollar. Damals hatten Großfusionen wie die Übernahme von Pioneer Natural Resources durch ExxonMobil für 60 Milliarden Dollar oder der Kauf von Hess durch Chevron für 53 Milliarden Dollar den Markt geprägt. Im laufenden Jahr blieb eine ähnliche Dynamik bislang aus.
Der durchschnittliche Preis für ein Barrel US-Rohöl lag zwischen Juli und September bei etwa 65 Dollar und damit rund zehn Dollar niedriger als im Vorjahreszeitraum. Diese Preisentwicklung erschwert laut Enverus vielen Verkäufern den Marktzugang, insbesondere Private-Equity-Firmen mit stark ölgewichteten Vermögenswerten. Analyst Andrew Dittmar von Enverus erklärte, dass viele verbleibende Schiefergas- und Ölvorkommen höhere Preise benötigten, um für börsennotierte Unternehmen attraktiv zu sein.
Das größte Geschäft des Quartals schloss Crescent Energy im August ab. Der Produzent übernahm den kleineren Konkurrenten Vital Energy in einem reinen Aktientausch im Wert von rund drei Milliarden Dollar. Mit der Transaktion sicherte sich Crescent Energy eine stärkere Position im Permian-Becken, einem der wichtigsten Schieferölgebiete in Texas und New Mexico.
Während der Ölsektor unter Druck stand, entwickelte sich das Geschäft mit Erdgas positiv. Steigende Nachfrage nach Flüssigerdgas für den Export sowie der wachsende Energiebedarf von Rechenzentren belebten diesen Teil des Marktes. Die zweitgrößte Transaktion des Quartals tätigte Stone Ridge Holdings, das für 1,3 Milliarden Dollar Energieanlagen im Anadarko-Becken von ConocoPhillips übernahm.
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Zur AktienanalyseNach Angaben von Enverus haben gestiegene Vermögenspreise im Haynesville-Gasgebiet asiatische Käufer angelockt, die Zugang zu LNG-gebundenen Gasvorkommen suchen. Parallel dazu stiegen die US-Gaspreise am Henry-Hub-Handelspunkt auf durchschnittlich drei Dollar je Million British Thermal Units, nach 2,23 Dollar im Vorjahr. Asiatische Unternehmen wie Japans JERA und Taiwans CPC verhandeln derzeit über den Erwerb amerikanischer Gasproduktionsanlagen.


