US-Raffineriebetreiber mit Rekordgewinnen – doch andere Ölaktien locken
Marathon Petroleum, Phillips 66 und Valero Energy erzielen gemeinsam 12,6 Milliarden Dollar Gewinn – doch Analysten sehen anderswo mehr Potenzial.

Die drei größten US-amerikanischen Raffineriebetreiber verbuchen außergewöhnliche Gewinne. Marathon Petroleum (MPC), Phillips 66 (PSX) und Valero Energy (VLO) erzielten im zweiten Quartal zusammen einen kombinierten Gewinn von 12,6 Milliarden US-Dollar. Das ist der höchste Wert seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine.
Als Treiber dieser Rekordgewinne gilt der anhaltende Iran-Konflikt, der die Gewinne und Cashflows der US-Kraftstoffhersteller weiter beflügelt. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sorgen für ein Marktumfeld, das reinen Raffineriebetreibern – sogenannten „Pure-Play"-Raffinerien – besonders zugutekommt.
Rekordgewinne auf dem Niveau der Ukraine-Krise
Der kombinierte Quartalsgewinn der drei Unternehmen erreicht damit ein Niveau, das zuletzt nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine verzeichnet wurde. Damals hatten die Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten die Margen der Raffineriebetreiber massiv in die Höhe getrieben. Nun sorgt ein weiterer geopolitischer Konflikt für ähnliche Effekte.
Marathon Petroleum, Phillips 66 und Valero Energy gehören zu den größten reinen Kraftstoffherstellern der Vereinigten Staaten. Sie verarbeiten Rohöl zu Benzin, Diesel und anderen Kraftstoffen und profitieren besonders dann, wenn die sogenannte Crack-Marge – also die Differenz zwischen dem Rohölpreis und dem Verkaufspreis der verarbeiteten Produkte – hoch ist.
Andere Ölaktien könnten die bessere Wahl sein
Trotz der beeindruckenden Gewinne der Raffineriebetreiber weisen Marktbeobachter darauf hin, dass andere Ölaktien derzeit möglicherweise die attraktivere Investitionsmöglichkeit darstellen. Anleger sollten daher nicht allein auf die glänzenden Quartalszahlen der Raffinerien schauen, sondern den gesamten Energiesektor im Blick behalten.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger ist der US-Energiesektor ein wichtiger Bestandteil global diversifizierter Portfolios. Unternehmen wie Marathon Petroleum, Phillips 66 und Valero Energy sind an der New York Stock Exchange notiert und für internationale Investoren zugänglich. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen – vom Ukraine-Krieg bis zum Iran-Konflikt – unterstreichen, wie stark externe Faktoren die Ertragslage von Energieunternehmen beeinflussen können.
Die Entwicklung zeigt einmal mehr, dass Raffineriebetreiber in Krisenzeiten zu den Profiteuren an den Energiemärkten zählen. Gleichzeitig mahnen Experten zur Vorsicht: Geopolitisch getriebene Gewinne können ebenso schnell wieder verschwinden, wie sie entstanden sind. Anleger sollten die Nachhaltigkeit solcher Ergebnisse kritisch hinterfragen und den breiteren Ölsektor als Investitionsalternative in Betracht ziehen.


