US-Raffinerien kaufen erstmals venezolanisches Öl nach Sanktionsende
Valero und Phillips 66 haben erstmals seit Jahren wieder venezolanisches Rohöl gekauft. Die Käufe erfolgen über die Handelshäuser Vitol und Trafigura zu deutlichen Preisabschlägen.

Die US-Raffineriekonzerne Valero und Phillips 66 haben nach dem Ende der Sanktionen gegen Venezuela erstmals wieder direkt venezolanisches Rohöl erworben. Dies markiert einen wichtigen Schritt in der Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zwischen den USA und dem südamerikanischen Ölstaat.
Erste Käufe über Handelshäuser
Laut Branchenquellen kauften beide Unternehmen das Rohöl vom Schweizer Handelshaus Vitol. Die Lieferungen an die US-Golfküste wurden zu einem Abschlag von etwa 8,50 bis 9,50 US-Dollar pro Barrel gegenüber der Brent-Rohöl-Benchmark gehandelt. Während Valero und Phillips 66 bereits zuvor über den Chevron-Partner der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft venezolanisches Öl bezogen, sind dies die ersten direkten Käufe von den neu autorisierten Handelshäusern.
Handelshäuser erhalten Lizenzen
Vitol und das konkurrierende Handelshaus Trafigura waren die ersten Unternehmen, denen die US-Regierung nach der Absetzung von Präsident Nicolas Maduro Anfang Januar Lizenzen für den Handel mit venezolanischem Rohöl erteilte. Die Handelshäuser kauften das Öl zunächst zu einem Abschlag von 15 US-Dollar pro Barrel gegenüber Brent ein.
Lukrative Margen für Händler
Die Transportkosten zur US-Golfküste liegen laut Schifffahrtsquellen zwischen 2,50 und 3,50 US-Dollar pro Barrel, abhängig von der Tankergröße. Dies verschafft den Handelshäusern eine Marge zwischen 2 und 4 US-Dollar pro Barrel beim Weiterverkauf des venezolanischen Öls.
Verhaltenes Interesse am Markt
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Zur AktienanalyseTrotz der attraktiven Preise zeigt sich das Interesse an venezolanischem Schweröl bislang verhalten. Angebote der venezolanischen Vorzeige-Sorte Merey begannen letzte Woche mit einem Abschlag zwischen 6 und 7,50 US-Dollar pro Barrel gegenüber Brent, mussten jedoch aufgrund geringen Interesses nach unten korrigiert werden. Auch Angebote an indische Raffinerien zu 8 bis 8,50 US-Dollar unter Brent stießen auf wenig Resonanz.
Historische Bedeutung
US-Energieminister Chris Wright bestätigte am Freitag, dass erste Verkäufe von venezolanischem Schweröl im Wert von rund 500 Millionen US-Dollar zu einem Abschlag von 15 US-Dollar pro Barrel gegenüber Brent ausgehandelt wurden. Vor der Verhängung von Sanktionen im Jahr 2019 verarbeiteten mehrere große Raffinerien an der US-Golfküste laut US-Regierungsdaten bis zu 800.000 Barrel pro Tag des venezolanischen Schweröls.


