US-Regulierer lockern Eigenkapitalregeln für amerikanische Großbanken
Die Federal Reserve stimmt über einen Vorschlag ab, der Milliarden an Eigenkapitalanforderungen für die größten US-Banken reduziert.

Die US-Regulierungsbehörden haben am Donnerstag einen weitreichenden Vorschlag vorgelegt, der Amerikas größten Banken erlaubt, deutlich weniger Eigenkapital in ihren Büchern zu halten. Die Federal Reserve soll noch am selben Tag über die Initiative abstimmen. Befürworter argumentieren, die Lockerung stärke die Kreditvergabekapazität der Banken und fördere den Wettbewerb mit Private-Credit-Firmen sowie anderen Nichtbanken-Kreditgebern.
Der Vorschlag stellt einen bedeutenden Sieg für die Wall Street dar. JPMorgan Chase und andere Großbanken hatten jahrelang intensiv gegen verschärfte Eigenkapitalregeln lobbyiert – unter anderem mit Fernsehwerbung während der Spiele der National Football League. Die positive Haltung der Finanzbranche gegenüber der zweiten Trump-Regierung basierte maßgeblich auf der Erwartung, dass die unter Biden geplanten strengeren Anforderungen fallen würden.
Hintergrund: Basel-Akkorde und Finanzkrise
Die strengeren Eigenkapitalanforderungen gehen auf die Finanzkrise 2008/09 zurück, als Großbanken massive staatliche Rettungspakete benötigten. Als politische Reaktion wurden höhere Kapitalpuffer und verschärfte Kontrollen eingeführt, um künftige Krisen abzufedern. Diese Maßnahmen schränkten jedoch die Kreditvergabe der Banken erheblich ein und öffneten Private-Credit-Firmen sowie anderen Nichtbanken-Kreditgebern die Tür zu einem jahrelangen Boom.
Ein zentrales Element der internationalen Bankenregulierung sind die sogenannten Basel-Akkorde, ein globales Abkommen zur Mindestkapitalausstattung von Banken. Ein entsprechender Reformvorschlag lag jahrelang auf Eis, bis eine Reihe von Bankenzusammenbrüchen im Jahr 2023 – darunter die Silicon Valley Bank – die Debatte neu entfachte. Die Biden-Regierung griff das Basel-Regelwerk daraufhin auf und schlug noch höhere Kapitalpuffer vor, als international vereinbart.
Kreditvergabe soll angekurbelt werden
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Zur AktienanalyseMit dem neuen Vorschlag dreht die Trump-Regierung diesen Kurs nun zurück. Regulierungsbehörden argumentieren, weniger strenge Eigenkapitalregeln würden es den Banken ermöglichen, mehr Kapital in die Realwirtschaft zu lenken. Kritiker hingegen warnen, dass geringere Puffer die Stabilität des Finanzsystems gefährden könnten – eine Sorge, die angesichts der Erfahrungen aus der Finanzkrise besonders in Europa und Deutschland auf Resonanz stößt.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Vorschlag von Bedeutung, da US-Großbanken eng mit europäischen Finanzmärkten verflochten sind. Veränderungen in der amerikanischen Bankenregulierung beeinflussen den globalen Wettbewerb und könnten Druck auf europäische Regulierer erzeugen, ähnliche Lockerungen zu prüfen.


