US-Richterin stoppt Trumps Blockade von Wind- und Solarprojekten
Eine Bundesrichterin in Boston erließ eine einstweilige Verfügung gegen rechtswidrige Genehmigungshürden der Trump-Regierung für erneuerbare Energien.

Eine US-Bundesrichterin hat der Trump-Regierung am Dienstag untersagt, umstrittene Genehmigungsrichtlinien durchzusetzen, die den Ausbau von Wind- und Solarenergie in den USA faktisch zum Stillstand gebracht hatten. Die leitende US-Bezirksrichterin Denise Casper in Boston erließ eine einstweilige Verfügung zugunsten von neun Interessengruppen und Branchenverbänden, die gegen die Maßnahmen der Regierung geklagt hatten.
Die Kläger, darunter RENEW Northeast und die Alliance for Clean Energy New York, argumentierten erfolgreich, dass das US-Innenministerium und andere Behörden eine Reihe rechtswidriger Richtlinien verabschiedet hätten. Diese hätten dazu geführt, dass Entwickler erneuerbarer Energien zahlreiche Wind- und Solarprojekte landesweit absagten oder verzögerten. Richterin Casper erklärte, die Kläger würden wahrscheinlich Erfolg damit haben, die Rechtswidrigkeit dieser Richtlinien nachzuweisen.
„Dies ist ein unbestreitbarer Sieg für die Mitglieder unserer Koalition und die gesamte Branche der sauberen Energien sowie für amerikanische Haushalte und Unternehmen", erklärten die klagenden Gruppen in einer gemeinsamen Stellungnahme. Das Innenministerium teilte mit, es äußere sich nicht zu laufenden Rechtsstreitigkeiten, die USA setzten jedoch „den weltweiten Standard für die Energieproduktion".
Dreistufiges Genehmigungsverfahren als zentraler Streitpunkt
Im Mittelpunkt des Rechtsstreits stand eine Richtlinie des Innenministeriums aus einem Memorandum vom Juli, die vorsah, dass nahezu jeder Schritt im Genehmigungsverfahren für Wind- und Solarenergie die Zustimmung von drei hochrangigen politischen Beauftragten erfordert – darunter Innenminister Doug Burgum. Die Kläger hatten im Dezember Klage eingereicht und argumentiert, diese Maßnahmen hätten Wind- und Solartechnologien in einen „regulatorischen Status zweiter Klasse" versetzt.
Richterin Casper, die vom demokratischen Präsidenten Barack Obama ernannt worden war, stellte fest, dass keine der vom Ministerium angeführten Richtlinien das dreistufige Prüfverfahren erkläre oder rechtfertige. Damit verstoße die Regelung gegen den Administrative Procedure Act, das zentrale US-Verwaltungsverfahrensgesetz. Die Richterin blockierte darüber hinaus weitere Richtlinien, die Energieprojekte benachteiligen, die als „kapazitätsdicht" eingestuft werden – eine Kategorie, unter die Wind- und Solarprojekte fallen.
Trumps Energiepolitik zugunsten fossiler Brennstoffe
Das Urteil ist die jüngste in einer Reihe von gerichtlichen Niederlagen für die Trump-Regierung in ihrer Energiepolitik. Präsident Trump hatte seit seinem Amtsantritt versucht, die staatliche Unterstützung für fossile Brennstoffe massiv auszubauen und deren Produktion in den USA zu maximieren. Im Wahlkampf hatte er mit dem Slogan „drill, baby, drill" für mehr Öl- und Gasförderung geworben.
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Zur AktienanalyseErst am Montag berief sich Trump auf den Defense Production Act, als er eine Reihe energiebezogener präsidialer Memoranden unterzeichnete, die darauf abzielen, die Produktion von Öl, Kohle und Erdgas weiter anzukurbeln. Als Begründung führte er die Notwendigkeit der „Verteidigungsbereitschaft" an. Zuvor hatte die Regierung bereits versucht, Bundesgenehmigungen für Windenergieprojekte zu blockieren und Arbeiten an milliardenschweren Offshore-Windparks an der US-Ostküste zu stoppen.
Für die europäische und deutsche Energiebranche ist das Urteil ein wichtiges Signal: Es zeigt, dass US-Gerichte bereit sind, politisch motivierte Eingriffe in etablierte Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien zu korrigieren – selbst wenn diese von der Exekutive mit Verweis auf übergeordnete politische Ziele begründet werden. Die Entscheidung gilt unmittelbar für die Mitglieder der klagenden Organisationen.

