US-Rohöllagerbestände fallen auf niedrigsten Stand seit 1984
Die gesamten US-Rohölvorräte sanken auf 743,3 Millionen Barrel – den tiefsten Stand seit über 40 Jahren.

Die US-Rohölbestände sind in der Woche zum 19. Juni drastisch gesunken. Einschließlich der strategischen Erdölreserve (Strategic Petroleum Reserve, SPR) verringerten sich die Vorräte um mehr als 15 Millionen Barrel auf insgesamt 743,3 Millionen Barrel. Das geht aus Daten hervor, die die Energy Information Administration (EIA) am Mittwoch veröffentlichte.
Damit markieren die Gesamtbestände den niedrigsten Stand seit Oktober 1984 – also seit mehr als 40 Jahren. Dieser Rückgang ist ein bedeutendes Signal für den globalen Ölmarkt und dürfte Anleger sowie Energiehändler weltweit aufhorchen lassen.
Cushing-Lagerbestände auf Zehnjahrestief
Auch die Rohölvorräte ohne Berücksichtigung der strategischen Reserve gaben nach und fielen auf den niedrigsten Stand seit Januar 2025. Besonders auffällig ist die Entwicklung am wichtigen Knotenpunkt Cushing im US-Bundesstaat Oklahoma: Dort sanken die Bestände auf rund 19 Millionen Barrel – die geringste Menge seit Oktober 2014. Cushing gilt als zentraler Lieferpunkt für den WTI-Rohöl-Terminkontrakt und ist damit ein wichtiger Referenzpunkt für die Preisbildung an den Energiemärkten.
Darüber hinaus meldete die EIA, dass die Rohölbestände im Mittleren Westen der USA auf ihren niedrigsten Stand seit November 2014 gefallen sind. Der Rückgang betrifft damit gleich mehrere Regionen des Landes gleichzeitig, was die Breite des Lagerabbaus unterstreicht.
Destillate und Raffinerieauslastung unter Druck
Neben den Rohölvorräten verzeichnete auch der Markt für Destillat-Heizöl an der US-Ostküste einen deutlichen Rückgang. Die Bestände dort sanken auf den niedrigsten Stand seit Mai 2022. Destillate umfassen Produkte wie Diesel und Heizöl und sind besonders für die Industrie sowie den Transportsektor von großer Bedeutung.
Gleichzeitig ging die Raffinerieauslastung an der Ostküste auf den tiefsten Punkt seit April 2025 zurück. Eine niedrigere Auslastung bedeutet, dass weniger Rohöl zu Endprodukten verarbeitet wird – ein Faktor, der die Versorgungslage bei Kraftstoffen und Heizöl zusätzlich beeinflussen kann.
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Zur AktienanalyseBedeutung für den Ölmarkt
Die EIA-Daten zu den wöchentlichen Lagerbeständen gehören zu den meistbeachteten Indikatoren im globalen Energiemarkt. Für deutsche Anleger, die in Öl-ETFs, Energieaktien oder Rohstoff-Zertifikate investiert sind, liefern diese Zahlen wichtige Hinweise auf das Angebots- und Nachfragegefüge. Sinkende Lagerbestände deuten in der Regel auf eine angespannte Versorgungslage hin, was tendenziell preistreibend wirken kann.
Der gleichzeitige Rückgang an mehreren Standorten – von Cushing über den Mittleren Westen bis zur Ostküste – zeigt, dass es sich nicht um ein regionales Phänomen handelt, sondern um eine landesweite Entwicklung. Marktbeobachter werden die kommenden EIA-Berichte genau verfolgen, um zu beurteilen, ob sich dieser Trend fortsetzt.


