US-Sanktionen bremsen Chinas Iran-Ölimporte
Händler erwarten höhere Transportkosten, aber anhaltende Lieferungen durch alternative Strukturen

Die jüngsten US-Sanktionen gegen den Import iranischen Öls nach China dürften laut Händlern kurzfristig zu einem Rückgang der Liefermengen führen, werden jedoch voraussichtlich nicht vollständig zum Erliegen der Importe führen. Die Maßnahmen betreffen unter anderem die unabhängige chinesische Raffinerie Shouguang Luqing Petrochemical in der Provinz Shandong sowie mehrere Tanker, die Öl an derartige Anlagen geliefert hatten. Die daraus resultierenden höheren Transportkosten wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit der Importe aus.
Bereits zuvor hatten frühere Sanktionen zu einem Rückgang der Transportkapazitäten und damit zu gestiegenen Frachtraten geführt. Die Kosten für den Transport mit einem Very Large Crude Carrier (VLCC) von Malaysia, einem wichtigen Umschlagpunkt für iranisches Öl, nach Shandong haben sich seit Ende 2024 mehr als verdoppelt und liegen derzeit bei drei bis vier US-Dollar pro Barrel. Trotz dieser Entwicklung zeigen sich viele Marktteilnehmer zuversichtlich, dass durch organisatorische Anpassungen ein Teil der Lieferungen weiterlaufen kann. Dazu zählen etwa Änderungen bei den Zahlungsstrukturen und der Einsatz alternativer Handelsunternehmen.
Im Februar lagen Chinas Importe von iranischem Öl bei 1,43 Millionen Barrel pro Tag, nachdem sie im Januar noch bei 898.000 Barrel pro Tag gelegen hatten. Im laufenden Monat wurden bisher rund 33 Millionen Barrel geliefert, mit einer ursprünglich erwarteten Steigerung auf 1,7 Millionen Barrel pro Tag. Analysten gehen jedoch davon aus, dass die Entladungsmengen in der zweiten März-Hälfte infolge der neuen Sanktionen deutlich zurückgehen könnten.
Ein Großteil des iranischen Öls wird von Händlern als malaysische Ware deklariert, um die Herkunft zu verschleiern. Die chinesische Regierung hat ihre Ablehnung gegenüber einseitigen Sanktionen erneut betont und zugesichert, die Rechte chinesischer Unternehmen zu schützen. Für einige Händler ist dies ein beruhigendes Signal, das auf eine Fortsetzung der Geschäfte hindeutet. Luqing, ein bedeutender Abnehmer von iranischem Öl, betreibt eine Raffinerie mit einer Kapazität von 160.000 Barrel pro Tag. Es ist nach Haiyou Petrochemical das zweite unabhängige Unternehmen in China, das von US-Sanktionen betroffen ist.
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Zur AktienanalyseEinige Marktakteure zeigen sich unbeeindruckt. So berichtete ein Händler, dass ein langjähriger Kunde selbst nach Bekanntgabe der Sanktionen weiterhin Interesse an aktuellen Preisen für iranisches Öl gezeigt habe.


