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US-Sparquote fällt auf Tiefstwert – Inflation frisst Lohnzuwächse auf

Im April sank die persönliche Sparquote der Amerikaner auf 2,6 Prozent – den niedrigsten Stand seit Juni 2022.

US-Sparquote fällt auf Tiefstwert – Inflation frisst Lohnzuwächse auf

Die US-Bürger sparen so wenig wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Die persönliche Sparquote fiel im April 2025 auf 2,6 Prozent, wie das Bureau of Economic Analysis am Donnerstag mitteilte. Im März hatte der Wert noch bei 3,2 Prozent gelegen, im Vorjahresvergleich sogar bei 5,8 Prozent – ein deutlicher Rückgang, der die wachsende finanzielle Belastung amerikanischer Haushalte widerspiegelt.

Der aktuelle Wert markiert den niedrigsten Stand der Sparquote seit Juni 2022. Damals fiel die Quote inmitten einer Rekordinflation auf 2,2 Prozent. Zu jener Zeit verfügten die Amerikaner laut Beobachtern noch über „gut gefüllte Bankkonten" aus den staatlichen Konjunkturzahlungen der Pandemie-Ära und waren „konsumfreudig, als sich das Land wieder öffnete". Die heutige Situation unterscheidet sich jedoch grundlegend: Von einem Polster aus Pandemie-Ersparnissen ist kaum noch etwas übrig.

Inflation übersteigt Lohnwachstum

Ein zentrales Problem ist die Schere zwischen Preissteigerungen und Einkommenszuwächsen. Die Inflation stieg im April im Jahresvergleich um 3,8 Prozent – der höchste Stand seit Mai 2023, wie das Bureau of Labor Statistics berichtete. Dem gegenüber stehen durchschnittliche Stundenlohnzuwächse von lediglich 3,6 Prozent im selben Zeitraum. Damit verlieren Arbeitnehmer real an Kaufkraft, auch wenn die nominalen Löhne steigen.

Besonders spürbar ist die Belastung bei alltäglichen Grundbedürfnissen wie Lebensmitteln und Versorgungsleistungen. Benzin stellt laut den Daten einen besonderen Kostenfaktor dar: Der landesweite Durchschnittspreis lag laut AAA-Daten am Donnerstag bei 4,43 US-Dollar pro Gallone – ein Niveau, das seit Beginn des Iran-Krieges erhöht geblieben ist.

Kredite und Altersvorsorge als Puffer

Da die Ersparnisse schwinden, greifen immer mehr Amerikaner auf Fremdkapital zurück. Laut einer aktuellen Umfrage des Finanzportals NerdWallet, für die Anfang Mai 2.072 Erwachsene befragt wurden, gaben 37 Prozent der Befragten an, in diesem Monat eine Kreditkarte, „Buy Now Pay Later"-Angebote oder andere Darlehensformen nutzen zu müssen, um zumindest einen Teil ihrer Ausgaben zu decken. Bemerkenswert: Auch 35 Prozent der Haushalte mit einem Jahreseinkommen von mindestens 100.000 US-Dollar sind davon betroffen.

Noch alarmierender ist der Trend bei der Altersvorsorge. Daten des Finanzdienstleisters Fidelity zeigen, dass im ersten Quartal mehr Arbeitnehmer ihre 401(k)-Altersvorsorgekonten angezapft haben – das amerikanische Äquivalent zur betrieblichen Altersvorsorge. Der Anteil der Arbeitnehmer mit einem ausstehenden Darlehen aus dem 401(k) stieg auf 19,2 Prozent, gegenüber 18,8 Prozent im Vorjahr. Auch der Anteil derjenigen, die ein neues Darlehen aufnahmen oder eine sogenannte Härtefallentnahme tätigten, legte zu.

Für deutsche Beobachter verdeutlicht die Entwicklung in den USA, wie stark anhaltend hohe Inflation das Sparverhalten und die finanzielle Stabilität privater Haushalte belasten kann – selbst in einer der größten Volkswirtschaften der Welt. Die Kombination aus steigenden Lebenshaltungskosten, stagnierender Reallohnentwicklung und schwindenden Rücklagen gilt als Warnsignal für den privaten Konsum, der in den USA rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmacht.

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