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US-Staatsanleihen: Renditen sinken dank Trump-Iran-Entspannung

Diplomatische Annäherung zwischen USA und Iran lässt Ölpreise um 4% einbrechen und entlastet globale Rentenmärkte spürbar.

Die Renditen von US-Staatsanleihen sind am Montag über die gesamte Zinskurve hinweg gesunken. Auslöser war eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran, die die Rohölpreise weltweit um mehr als 4% abstürzen ließ und damit die unmittelbaren Inflationssorgen an den Rentenmärkten dämpfte. Die zinssensitive Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen fiel auf 4,24%, die richtungsweisende zehnjährige Treasury-Note auf 4,67%.

Besonders deutlich war die Entspannung am langen Ende der Zinskurve zu spüren: Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ging auf 5,219% zurück, nachdem sie Ende der Vorwoche noch Mehrjahreshöchststände markiert hatte. Für Anleiheinvestoren bedeutet sinkende Renditen steigende Kurse – die Erholung kam nach einem besonders belastenden Monat.

Trump stoppt Militärschlag – Gespräche mit Iran geplant

Auslöser der Marktbewegung war eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump: Er gab bekannt, dass für Montag direkte Verhandlungen mit iranischen Vertretern angesetzt seien. Zudem erklärte er, einen geplanten Militärschlag abgesagt zu haben, um ein Abkommen zur Wiederöffnung der Straße von Hormus auszuhandeln. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Ölhandel von entscheidender Bedeutung.

Die Ankündigung löste sofortige Reaktionen an den Energiemärkten aus. Der Einbruch der globalen Rohöl-Benchmarks um mehr als 4% milderte die energiegetriebenen Inflationssorgen, die die Rentenmärkte zuletzt stark belastet hatten. Niedrigere Energiepreise reduzieren den Inflationsdruck und verringern damit den Druck auf die Notenbanken, die Zinsen weiter anzuheben.

Strapaziöser Juli für den US-Rentenmarkt

Die Erholung am Montag folgte auf einen turbulenten Juli für US-Staatsanleihen. Die Benchmark-Renditen stiegen kräftig an und trieben die langfristigen Kreditkosten auf ein 19-Jahres-Hoch. Belastet wurden die Märkte durch einen eskalierenden fünfmonatigen Konflikt zwischen den USA und dem Iran, starke Schwankungen der Energiepreise sowie unklare Signale der US-Notenbank Federal Reserve.

Die Fed ließ die Leitzinsen zwar unverändert, doch drei hawkish eingestellte Ratsmitglieder sprachen sich für eine sofortige Zinserhöhung aus. Fed-Chef Kevin Warsh verunsicherte die Märkte zusätzlich, indem er von der traditionellen Forward Guidance abrückte und gleichzeitig die Entschlossenheit betonte, die hartnäckige Inflation einzudämmen. Die Händler standen damit ohne klaren geldpolitischen Fahrplan da.

Auch die Inflationsdaten boten wenig Beruhigung: Der PCE-Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben zeigte im Juni zwar eine leicht nachlassende Gesamtinflation, doch die Kernraten verharrten hartnäckig über dem jährlichen Fed-Ziel von 2%. In Verbindung mit steigenden US-Haushaltsdefiziten und einem robusten BIP-Wachstum im zweiten Quartal preisten die Märkte zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von etwa zwei Dritteln für eine Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte vor Jahresende ein.

Auch europäische Rentenmärkte profitieren

Die Entspannung machte auch vor den europäischen Rentenmärkten nicht halt. Die zinssensitive zweijährige deutsche Rendite fiel auf 2,766%, während die zehnjährige Bundesanleihe stabil bei 3,155% notierte. Auch hier hatten die Trump-Iran-Gespräche und der Ölpreisrückgang für Entlastung gesorgt.

Der ruhigere Handel am Montag folgte auf einen Juli, in dem die deutschen Benchmark-Renditen um rund 30 Basispunkte gestiegen waren und mit fast 3,21% ein 15-Jahres-Hoch erreicht hatten. Europäische Anleger mussten im Juli zudem gemischte Konjunkturdaten verarbeiten: Das BIP der Eurozone wuchs im zweiten Quartal überraschend stark um 0,4% – doppelt so viel wie von Analysten erwartet.

Gleichzeitig stieg die Gesamtinflation im Euroraum laut vorläufigen CPI-Daten für Juli auf 2,9% nach 2,8% im Juni. Die Kerninflation beschleunigte sich auf 2,5%, getrieben durch steigende Dienstleistungskosten und Spillover-Effekte bei der Energie. Diese Kombination aus robustem Wachstum und anhaltendem Preisdruck verstärkte die Markterwartungen für eine weitere geldpolitische Straffung durch die Europäische Zentralbank (EZB).

Blick auf US-Arbeitsmarktdaten

Angesichts der sinkenden Energiepreise richten die Händler ihren Fokus nun auf einen vollen Kalender mit US-Arbeitsmarktdaten in dieser Woche. Höhepunkt ist der Bericht über die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – der sogenannte Non-Farm-Payrolls-Bericht – am Freitag. Dabei soll ermittelt werden, ob der jüngste Anstieg der Kreditkosten seinen Höhepunkt erreicht hat oder ob die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit die Renditen erneut in Richtung ihrer Mehrjahreshöchststände treiben wird.

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