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US-Staatsanleihen steigen stark nach schockierendem Jobabbau

Schwache US-Arbeitsmarktdaten lösen massive Rallye am Rentenmarkt aus und verschieben die Zinserwartungen gegenüber der Fed dramatisch.

US-Staatsanleihen steigen stark nach schockierendem Jobabbau

US-Staatsanleihen haben am Freitag über die gesamte Zinskurve hinweg kräftig zugelegt. Auslöser war ein schockartiger Rückgang der US-Beschäftigtenzahlen, der eine rasche Neubewertung der Zinserwartungen gegenüber der Federal Reserve (Fed) ausgelöst hat. Die Renditen – die sich gegenläufig zu den Anleihekursen bewegen – fielen um bis zu neun Basispunkte.

Besonders deutlich zeigte sich die Bewegung bei den zinssensitiven zweijährigen US-Staatsanleihen: Deren Rendite brach um 9,2 Basispunkte von ihrem Intraday-Hoch bei 4,252% auf 4,16% ein – den niedrigsten Stand seit dem 17. Juli. Die richtungsweisende zehnjährige Anleihe sank von 4,69% zu Beginn der Sitzung um 8 Basispunkte auf 4,61%. Auch Langläufer waren stark gefragt: Die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen fiel um fast 6 Basispunkte auf 5,175%, nachdem sie zuvor bei 5,233% gelegen hatte.

Arbeitsmarktbericht verfehlt Erwartungen deutlich

Auslöser der aggressiven Rallye am Rentenmarkt war der Bericht des US-Arbeitsministeriums zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls) für Juli. Die US-Wirtschaft verlor im vergangenen Monat unerwartet 23.000 Stellen und verfehlte damit die Konsensprognosen eines Zuwachses von 85.000 Stellen deutlich. Zusätzlich wurden die Netto-Beschäftigungszahlen für die beiden Vormonate um insgesamt 103.000 Stellen nach unten revidiert.

Obwohl die Arbeitslosenquote leicht auf 4,1% sank, lieferte der Rückgang bei den Neueinstellungen ein klares Signal: Die hohen Zinssätze und die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten kühlen die Dynamik am US-Arbeitsmarkt aktiv ab. Für Anleger und Ökonomen ist der Arbeitsmarkt traditionell ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit der USA – und damit ein entscheidender Faktor für die Geldpolitik der Fed.

Zinserhöhungserwartungen brechen ein

Die schwachen Arbeitsmarktdaten haben den geldpolitischen Ausblick für den Herbst dramatisch verändert. Die Geldmärkte hatten zuvor eine etwa 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der Sitzung am 16. September eingepreist. Diese Wetten wurden nach Veröffentlichung der Daten rasch verworfen – die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Herbst sank auf unter 15%.

Für deutsche und europäische Anleger sind die Entwicklungen am US-Rentenmarkt von großer Bedeutung, da US-Staatsanleihen als globale Benchmark für Zinsen und Risikoprämien gelten. Sinkende US-Renditen wirken sich typischerweise auch auf die Bewertung von Aktien, Anleihen und anderen Anlageklassen weltweit aus.

Blick auf den nächsten Datenpunkt: CPI-Bericht

Die Marktteilnehmer richten ihren Blick nun auf den Bericht zum Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli, der in der folgenden Woche erwartet wird. Dieser gilt als nächster entscheidender Test dafür, ob sich die Inflation in den USA auf breiter Front schnell genug verlangsamt, um eine längere Zinspause der Fed zu bestätigen.

Sollte auch der Inflationsbericht schwächer als erwartet ausfallen, dürfte der Druck auf die Fed weiter zunehmen, den Zinsgipfel hinter sich gelassen zu haben. Anleger weltweit werden die Daten daher mit großer Aufmerksamkeit verfolgen.

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