US-Stromverbrauch steigt bis 2027 auf Rekordhoch - Rechenzentren treiben Nachfrage
KI-Anwendungen und Elektrifizierung von Heizung und Transport befeuern den Energiehunger der USA.

Die US-amerikanische Energy Information Administration (EIA) prognostiziert einen deutlichen Anstieg des Stromverbrauchs in den kommenden Jahren. Nach einem Rekordwert von 4.195 Billionen Kilowattstunden im Jahr 2025 soll die Nachfrage bis 2027 auf 4.372 Billionen kWh klettern. Dies entspricht einem Zuwachs von über 4 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Als Haupttreiber dieser Entwicklung nennt die EIA den rasant wachsenden Energiebedarf von Rechenzentren. Insbesondere Anwendungen im Bereich künstliche Intelligenz und Kryptowährungs-Mining verschlingen enorme Strommengen. Gleichzeitig steigt der Verbrauch in Privathaushalten und Unternehmen, die zunehmend von fossilen Brennstoffen auf elektrische Heizungen und Elektrofahrzeuge umsteigen.
Für 2026 erwartet die EIA einen Stromabsatz von 1.541 Billionen kWh im privaten Sektor, 1.520 Billionen kWh im gewerblichen Bereich und 1.063 Billionen kWh in der Industrie. Besonders bemerkenswert: Der private und gewerbliche Sektor erreichten bereits 2025 neue Allzeithochs. Die Industrie bewegt sich damit auf dem Niveau ihres bisherigen Spitzenwerts aus dem Jahr 2000.
Energiemix im Wandel
Trotz des steigenden Gesamtverbrauchs verschiebt sich der Energiemix kontinuierlich. Erdgas bleibt mit einem Anteil von 40 Prozent an der Stromerzeugung in den Jahren 2025 und 2026 die dominierende Quelle, bevor der Anteil 2027 auf 39 Prozent sinkt. Die Kohleverstromung verliert hingegen weiter an Bedeutung und fällt von 17 Prozent im Jahr 2025 auf nur noch 15 Prozent im Jahr 2027.
Erneuerbare Energien gewinnen deutlich an Boden. Ihr Anteil an der Stromerzeugung soll von etwa 24 Prozent im Jahr 2025 auf 27 Prozent im Jahr 2027 steigen. Die Kernenergie trägt konstant 18 Prozent zur Stromproduktion bei und bleibt damit eine stabile Säule im US-Energiemix.
Erdgasverbrauch auf hohem Niveau
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Zur AktienanalyseParallel zum Stromverbrauch prognostiziert die EIA auch die Entwicklung beim Erdgas. Während der Verbrauch in Privathaushalten 2026 bei 13,1 Milliarden Kubikfuß pro Tag stagniert, sinkt er im gewerblichen Sektor auf 9,7 Milliarden. Die Industrie verbraucht voraussichtlich 23,3 Milliarden Kubikfuß täglich. Der größte Abnehmer bleibt jedoch die Stromerzeugung mit prognostizierten 36,2 Milliarden Kubikfuß pro Tag.
Die Prognosen unterstreichen die doppelte Herausforderung der US-Energiewirtschaft: Sie muss einen wachsenden Strombedarf decken und gleichzeitig den Übergang zu saubereren Energiequellen bewältigen. Für Investoren in den Energiesektor bieten sich damit sowohl im Bereich der erneuerbaren Energien als auch bei der Netzinfrastruktur interessante Perspektiven.


