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US-Verbraucher: Steuerrückerstattungen von Energiekosten aufgezehrt

Höhere Steuererstattungen geben US-Haushalten kaum Spielraum – steigende Benzinpreise neutralisieren den fiskalischen Rückenwind vollständig.

US-Verbraucher: Steuerrückerstattungen von Energiekosten aufgezehrt

Die Steuersaison in den USA neigt sich dem Ende zu – und die Hoffnungen auf einen kräftigen Konsumschub haben sich weitgehend zerschlagen. Zwar liegen die Steuererstattungen um 17% über dem Vorjahresniveau, doch der gleichzeitige Anstieg der Energiekosten frisst diesen Vorteil nahezu vollständig auf. Goldman Sachs erwartet daher nur ein schwaches reales Konsumwachstum in den kommenden Monaten.

Ein zentraler Faktor ist das im vergangenen Jahr verabschiedete Fiskalpaket, der sogenannte One Big Beautiful Bill Act (OBBBA). Dieses Paket hat die Auswirkungen höherer Kapitalertragsteuerzahlungen in diesem Jahr weitgehend ausgeglichen. Die Steuerzahlungen am Ende der Saison dürften zwar um 40 bis 55 Milliarden US-Dollar über dem Vorjahreswert liegen – ohne den OBBBA wäre der Anstieg jedoch mit rund 80 Milliarden US-Dollar deutlich höher ausgefallen.

Goldman Sachs schätzt die impliziten Gesamtvorteile aus dem OBBBA auf 75 bis 90 Milliarden US-Dollar. Da dieser Steuervorteil in etwa der Größenordnung des aktuellen Anstiegs der Kapitalertragsteuerzahlungen entspricht, wird der Nettoeffekt auf die Konsumausgaben laut den Analysten vernachlässigbar sein.

Benzinpreise belasten Haushaltsbudgets massiv

Auf der Kostenseite zeichnet sich ein deutlich düstereres Bild ab. Der Benzinpreis ist seit Kriegsbeginn um 40% gestiegen – ein enormer Gegenwind für die Kaufkraft amerikanischer Haushalte. Auf aktuellem Niveau entspricht das einem jährlichen Belastungseffekt von rund 140 Milliarden US-Dollar für die Einkommen der US-Haushalte.

Goldman Sachs geht davon aus, dass dieser Gegenwind bis zum Jahresende auf annualisierter Basis auf 60 Milliarden US-Dollar sinken wird. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen die Analysten dennoch mit einer kumulierten Belastung von insgesamt 70 Milliarden US-Dollar – ein erheblicher Dämpfer für die Konsumlaune.

Besonders hart trifft der Benzinpreisanstieg einkommensschwache Haushalte. Haushalte im untersten Einkommensquintil geben gemessen an ihrem Nettoeinkommen etwa viermal so viel für Benzin aus wie das oberste Quintil. Das dürfte auch den diskretionären Konsum – also Ausgaben für nicht lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen – unter Druck setzen.

Schwaches Wachstum bei Einkommen und Konsum erwartet

Ein Modell von Goldman Sachs zur Prognose nicht einbehaltener Steuereinnahmen, das Aktienmarktrenditen, Hausverkäufe und Geldfluss-Daten berücksichtigt, deutet darauf hin, dass die Steuerzahlungen um 14% höher als im Vorjahr ausfallen sollten – was bis Mitte Mai rund 80 Milliarden US-Dollar entspräche. Die eingehenden Belege dieser Steuersaison zeigen jedoch, dass die tatsächlichen Zahlungen niedriger ausfallen als erwartet.

Basierend auf der aktuellen Ölpreisprognose erwartet Goldman Sachs ein Wachstum des real verfügbaren Einkommens von 1,6% auf Q4/Q4-Basis beziehungsweise 1,2% für das Gesamtjahr. Das reale Konsumwachstum soll voraussichtlich um 1,2% auf Q4/Q4-Basis und um 1,5% im Gesamtjahr zulegen.

Das Fazit der Analysten ist ernüchternd: Die durch die Steuervergünstigungen gewährten Vorteile wurden durch den Anstieg der Benzinpreise aufgezehrt. Der Rückenwind für die Konsumausgaben bleibt damit begrenzt – und für einkommensschwache Haushalte ist die Lage besonders angespannt.

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