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USA beschlagnahmen Dutzende Öltanker aus Venezuela

Washington verschärft den Druck auf Venezuelas Ölindustrie massiv. Die US-Regierung hat Beschlagnahmungsbefehle für Dutzende weitere Tanker beantragt, die mit dem venezolanischen Ölhandel in Verbindung stehen.

USA beschlagnahmen Dutzende Öltanker aus Venezuela

Die Vereinigten Staaten intensivieren ihre Kontrolle über den venezolanischen Ölhandel dramatisch. Wie vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber Reuters bestätigten, hat die US-Regierung bei verschiedenen Bezirksgerichten Beschlagnahmungsbefehle für Dutzende Öltanker beantragt. Die genaue Anzahl der beantragten und bereits genehmigten Anordnungen bleibt unklar, da die Dokumente nicht öffentlich sind.

Bereits fünf Schiffe festgesetzt

In den vergangenen Wochen haben das US-Militär und die Küstenwache bereits fünf Schiffe in internationalen Gewässern abgefangen. Diese transportierten entweder venezolanisches Öl oder hatten dies in der Vergangenheit getan. Die Maßnahmen sind Teil der verschärften US-Kampagne gegen Präsident Nicolás Maduro, die am 3. Januar in dessen Gefangennahme durch US-Streitkräfte gipfelte.

Die Trump-Regierung kündigte an, die Ölressourcen Venezuelas auf unbestimmte Zeit zu kontrollieren. Ziel sei es, die marode Ölindustrie des südamerikanischen Landes wiederaufzubauen. Im Dezember verhängte Trump eine Blockade gegen sanktionierte Tanker, was die venezolanischen Ölexporte nahezu zum Erliegen brachte.

Zivilrechtliche Einziehungsverfahren eingeleitet

Die US-Regierung geht über sogenannte "Civil Forfeiture Actions" vor – zivilrechtliche Einziehungsanträge bei Bezirksgerichten, hauptsächlich in Washington D.C. Diese ermöglichen die Festsetzung und Konfiszierung sowohl der Ölladungen als auch der Schiffe selbst. Dies stellt eine deutliche Eskalation gegenüber früheren Beschlagnahmungen dar, bei denen zwischen 2020 und 2023 nur iranische Ölladungen, nicht aber die Transportschiffe selbst beschlagnahmt wurden.

Die betroffenen Schiffe gehören entweder zur sogenannten "Schattenflotte" – nicht regulierte Tanker, die ihre Herkunft verschleiern – oder stehen bereits unter US-Sanktionen. Viele dieser Schiffe transportieren venezolanisches Rohöl zum Hauptabnehmer China.

Beschlagnahmungen vorerst ausgesetzt

Seit Freitag seien die Festsetzungen unterbrochen worden, so die Quellen. Pentagon-Sprecher Sean Parnell stellte jedoch klar: "Wir werden ALLE Schiffe der dunklen Flotte, die venezolanisches Öl transportieren, zu einem von uns gewählten Zeitpunkt und Ort aufspüren und abfangen." Die Öllieferungen wurden diese Woche unter US-Aufsicht wieder aufgenommen.

Internationale Spannungen nehmen zu

Besondere Brisanz erhält die Situation durch die Festsetzung des russischen Tankers "Bella-1" am 7. Januar – das erste Mal seit langem, dass das US-Militär ein unter russischer Flagge fahrendes Schiff beschlagnahmte. Russland ist wie Venezuela auf die Schattenflotte angewiesen, um sanktioniertes Öl zu transportieren.

Das russische Außenministerium verurteilte die Maßnahme scharf als "illegale Anwendung von Gewalt" und bezeichnete die US-Sanktionen als "ohne rechtliche Grundlage". US-Justizministerin Pam Bondi kündigte an, dass das Justizministerium "mehrere andere Schiffe für ähnliche Durchsetzungsmaßnahmen überwache".

Die verschärften US-Maßnahmen könnten erhebliche Auswirkungen auf die globalen Ölmärkte haben, insbesondere auf die Lieferungen nach China, dem wichtigsten Abnehmer venezolanischen Öls.

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