USA drängen Apple, chinesische Speicherchips zu meiden
Die Trump-Administration fordert Apple auf, keine Chips von CXMT oder YMTC zu beziehen – trotz KI-bedingter Engpässe.

Die Trump-Administration erhöht den Druck auf Apple: Handelsminister Howard Lutnick erklärte, er habe dem iPhone-Hersteller direkt mitgeteilt, dass die US-Regierung den Bezug von Speicherchips aus China durch große amerikanische Unternehmen ablehne. Das berichtete das Wall Street Journal exklusiv. Hintergrund ist eine wachsende Knappheit bei Speicherchips, die durch den KI-Boom ausgelöst wurde.
Apple hatte laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen Chips der chinesischen Hersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) und Yangtze Memory Technologies (YMTC) getestet. Diese Tests zielten auf einen möglichen Einsatz in Geräten ab, die speziell für den chinesischen Markt bestimmt sind. Apple-COO Sabih Khan lehnte es ab, diese Tests offiziell zu bestätigen.
Khan betonte jedoch, dass das Ausmaß des Mangels Apple dazu zwinge, alle verfügbaren Optionen zu prüfen. Dazu gehöre auch die Unterstützung bestehender Lieferanten beim Ausbau ihrer Produktionskapazitäten in den USA. Die gestiegene Nachfrage durch den Aufbau von KI-Rechenzentren hat die Preise für Speicherchips deutlich in die Höhe getrieben und Hersteller von Unterhaltungselektronik – darunter Apple – zur Anhebung ihrer Produktpreise veranlasst.
Rechtliche Grenzen und Lobbydruck aus der Industrie
US-Vorschriften verlangen von amerikanischen Unternehmen, Lizenzen einzuholen, bevor sie Produktinformationen an CXMT oder YMTC weitergeben. Solche Informationen wären jedoch notwendig, um maßgeschneiderte Chips für Apple zu fertigen. Apple kann hingegen weiterhin Standardkomponenten von den chinesischen Unternehmen erwerben und Preisverhandlungen führen.
Der US-Chiphersteller Micron Technology hat die Regierung aktiv aufgefordert, Apple an der Nutzung chinesischer Speicherchips zu hindern. Micron argumentiert, dass solche Käufe der heimischen Halbleiterfertigung schaden und den erklärten Zielen Washingtons beim Reshoring der Chipproduktion widersprechen würden. Auch eine Gruppe von US-Senatoren aus Bundesstaaten, in denen Speicherchip-Produzenten expandieren wollen, wandte sich im Juli in einem Brief direkt an Apple-CEO Tim Cook mit der Forderung, nicht mit chinesischen Zulieferern zusammenzuarbeiten.
Neue Spannungsquelle zwischen Apple und Washington
Der Streit um Speicherchips schafft eine weitere Konfliktlinie zwischen Apple und der US-Regierung. Washington drängt den Konzern seit Längerem, einen größeren Teil seiner Lieferkette in die USA zu verlagern. Bislang hat die Regierung eine Vereinbarung mit Intel über die Herstellung einiger Apple-Chips sowie eine Zusage für die heimische Produktion von Deckglas für iPhones und Apple Watches gesichert.
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Zur AktienanalyseApple hat zudem die Montage des Mac Mini in Texas ausgeweitet. Der Großteil der Lieferkette verbleibt jedoch in Asien. Parallel dazu baut Apple seine iPhone-Produktionskapazitäten in Indien aus – ein Schritt, der als Diversifizierung weg von China gewertet wird, aber nicht den Anforderungen der US-Regierung nach einer Rückverlagerung in die Vereinigten Staaten entspricht.
Für deutsche Anleger ist die Situation besonders relevant: Der Konflikt zeigt, wie stark geopolitische Spannungen zwischen den USA und China zunehmend in die Lieferketten globaler Technologiekonzerne eingreifen. Apple bleibt dabei zwischen den Fronten – einerseits unter Druck der eigenen Regierung, andererseits auf günstige Alternativen angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.


