USA erlauben Ethan-Export nach China nur teilweise
Beladen ist gestattet – Entladen in China bleibt weiterhin genehmigungspflichtig

US-Konzerne dürfen weiterhin Ethanschiffe nach China schicken – aber nicht entladen. Das geht aus Schreiben des US-Handelsministeriums hervor, die an die Unternehmen Enterprise Products und Energy Transfer übermittelt wurden. Die Briefe erlauben das Beladen von Schiffen mit Ethangas sowie das Anlaufen ausländischer Häfen – auch solcher mit Empfängern in China. Ein Entladen der Fracht in China ist jedoch ausdrücklich untersagt, sofern keine gesonderte Genehmigung vorliegt.
Hintergrund der Maßnahme ist eine vor mehreren Wochen eingeführte Genehmigungspflicht für die Ausfuhr von Ethan aus den Vereinigten Staaten nach China. Infolge dieser Regelung waren bereits mehrere Tanker vor der US-Golfküste zum Stillstand gekommen oder dort geankert. Die nun erteilte Teilfreigabe könnte erste Anzeichen für eine Lockerung der jüngsten US-Exportrestriktionen gegenüber China sein, die Ende Mai und Anfang Juni in Kraft getreten waren.
Trotz der Freigabe für das Beladen bleiben viele Unsicherheiten bestehen. Nach Einschätzung einer mit dem Vorgang vertrauten Person dürften die Unternehmen kaum bereit sein, das Risiko einzugehen, Ethan nach China zu verschiffen, solange keine ausdrückliche Entladegenehmigung vorliegt. Sollte ein Schiff dennoch in China entladen, drohen laut der informierten Quelle Bußgelder in Höhe von bis zum Doppelten des Warenwerts.
In einem Schreiben, das Reuters vorliegt und später auch von Enterprise Products veröffentlicht wurde, heißt es, das Unternehmen dürfe Schiffe mit Ethan beladen und diese auch zu ausländischen Häfen schicken – selbst dann, wenn sich dort ein chinesischer Empfänger befinde. Ohne eine weitere Freigabe sei es jedoch nicht erlaubt, die Ware in China zu entladen. Weitere Anmerkungen oder Stellungnahmen waren dem Schreiben nicht beigefügt.
Weder Enterprise Products noch Energy Transfer reagierten auf entsprechende Anfragen zur Situation. Beide gehören zu den führenden Ethanproduzenten und -exporteuren der USA. Etwa die Hälfte aller Ethanexporte aus den Vereinigten Staaten geht nach China, wo der Rohstoff in der petrochemischen Industrie eingesetzt wird. Auch das US-Handelsministerium gab zunächst keine Stellungnahme ab.
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Zur AktienanalyseDie Möglichkeit, Ethan zu verladen und den Transport vorzubereiten, könnte für Entlastung an den Häfen entlang der Golfküste sorgen, wo Schiffe infolge der Exportregelung festsaßen. Die Exportbeschränkungen, die am 23. Mai eingeführt wurden, betreffen neben Ethan auch Technologien wie Chip-Design-Software sowie Teile für Triebwerke und Kernkraftwerke.


