USA erwogen Yen-Intervention gemeinsam mit Japan im Januar
US-Finanzminister Bessent initiierte Kursabfragen zur Stützung des Yen – auf eigene Initiative.

Die USA haben im Januar sogenannte Rate Checks durchgeführt, um den japanischen Yen zu stützen. Dies berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei unter Berufung auf ungenannte Regierungsquellen. Die New York Federal Reserve führte diese Kursabfragen im Auftrag des US-Finanzministeriums durch – und das ohne vorheriges Ersuchen aus Tokio.
Hintergrund der ungewöhnlichen Maßnahme waren Sorgen um die politische Stabilität Japans. US-Finanzminister Scott Bessent befürchtete laut Nikkei, dass die Unsicherheit im Vorfeld der japanischen Unterhauswahlen die dortigen Finanzmärkte destabilisieren könnte. Eine solche Destabilisierung hätte nach Einschätzung Washingtons auch Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte haben können.
Was sind Rate Checks?
Rate Checks, also Kursabfragen, sind ein klassisches Instrument von Zentralbanken und Finanzministerien im Devisenmarkt. Dabei fragt eine Behörde bei Banken nach aktuellen Wechselkursen – ein Signal an die Marktteilnehmer, dass eine Intervention unmittelbar bevorstehen könnte. Allein die Ankündigung solcher Abfragen kann bereits Bewegung in einen Wechselkurs bringen.
Die USA waren laut dem Bericht bereit, auf Ersuchen Japans gemeinsam in den Devisenmarkt einzugreifen und Yen zu kaufen. Ein hochrangiger Beamter aus dem Umfeld Bessents bestätigte der Zeitung, dass die Kursabfragen als vorbereitender Schritt für eine mögliche Intervention dienten. Japan stellte dieses Ersuchen letztlich offenbar nicht.
Yen-Schwäche als globales Risiko
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Zur AktienanalyseDer japanische Yen steht seit Jahren unter Druck. Ein schwacher Yen verteuert Importe und kann die Inflation in Japan anheizen. Für internationale Investoren ist der Yen-Kurs zudem eng mit dem sogenannten Carry Trade verknüpft – einer Strategie, bei der Anleger günstige Yen-Kredite aufnehmen, um in höher verzinste Anlagen zu investieren. Ein abrupter Yen-Anstieg kann solche Positionen schlagartig auflösen und globale Turbulenzen auslösen, wie zuletzt im Sommer 2024 zu beobachten war.
Die Bereitschaft der USA, eigeninitiativ Kursabfragen durchzuführen, unterstreicht das Interesse Washingtons an einem stabilen globalen Währungsumfeld. Koordinierte Devisenmarktinterventionen zwischen den USA und Japan sind historisch selten, aber nicht ohne Präzedenz – zuletzt griffen beide Länder 1998 gemeinsam ein, um den damals schwachen Yen zu stützen.


