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USA knüpfen Studienkredite an Einkommenspotenzial der Absolventen

Das US-Bildungsministerium verschärft die Bedingungen für staatliche Studienkredite – Colleges müssen künftig Einkommensnachweise ihrer Absolventen erbringen.

USA knüpfen Studienkredite an Einkommenspotenzial der Absolventen

Das US-Bildungsministerium hat am Montag neue Regeln für staatliche Studienkredite finalisiert, die den Zugang von Bildungseinrichtungen zu Bundesdarlehen an das Einkommenspotenzial ihrer Absolventen knüpfen. Die Regelung ist Teil der wachsenden Druckstrategie der Trump-Administration gegenüber amerikanischen Colleges und Universitäten. Über die Finalisierung hatte zuvor das Wall Street Journal berichtet.

Im Rahmen des neuen „Student Tuition and Transparency System" (STATS) und der sogenannten „Earnings Accountability Rule" gelten klare Einkommensschwellen: Bachelor-Studiengänge müssen nachweisen, dass ihre Absolventen mehr verdienen als Personen mit einem einfachen High-School-Abschluss. Master- und Promotionsstudiengänge müssen belegen, dass ihre Absolventen ein höheres Einkommen erzielen als Inhaber eines Bachelor-Abschlusses.

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, riskiert den Verlust staatlicher Förderung. „Sollte ein Studiengang in zwei von drei aufeinanderfolgenden Vergabejahren nicht in der Lage sein, zumindest diese bescheidene finanzielle Rendite für seine Absolventen nachzuweisen, verliert er die Berechtigung zur Teilnahme am staatlichen Direct-Loan-Programm", erklärte das Bildungsministerium in einer offiziellen Mitteilung.

Die endgültige Fassung der Regelung wird am 1. Juli veröffentlicht. Das Jahr 2027 wird das erste sein, in dem Bildungseinrichtungen für die Einhaltung der Einkommensschwellen tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden. Damit erhalten Hochschulen noch etwas Zeit, sich auf die neuen Anforderungen einzustellen.

Besonders weitreichend sind die möglichen Folgen für Einrichtungen, die dauerhaft versagen: „Nachdem die Kriterien für die Einkommensprämie drei Jahre lang konsequent verfehlt wurden, könnte das Ministerium auch die Berechtigung für Title IV des Higher Education Act (HEA), einschließlich der Berechtigung für Pell Grants, für alle Studiengänge einer Institution mit geringen Einkommensergebnissen beenden", so das Bildungsministerium. Pell Grants sind staatliche Stipendien für einkommensschwache Studierende – ein Wegfall würde viele Hochschulen in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Trumps breiter Feldzug gegen Universitäten

Die neuen Kreditregeln sind eingebettet in eine umfassendere Offensive der Trump-Administration gegen führende Bildungseinrichtungen. Trump hat versucht, Bundesmittel für Universitäten und Colleges aus verschiedenen Gründen einzufrieren – darunter pro-palästinensische Proteste, Transgender-Richtlinien, Klimainitiativen und Diversitätsprogramme.

Trump behauptet insbesondere, dass die pro-palästinensischen Proteste an Universitäten antisemitisch gewesen seien und extremistische Gruppen unterstützt hätten. Demonstranten, darunter auch einige jüdische Gruppen, werfen der Regierung hingegen vor, Kritik am israelischen Vorgehen im Gazastreifen fälschlicherweise mit Antisemitismus gleichzusetzen.

Menschenrechtsaktivisten haben Besorgnis über die Meinungsfreiheit, die akademische Freiheit und rechtsstaatliche Verfahren geäußert. Einige Colleges haben bereits Programme gekürzt, Beschränkungen für Demonstranten eingeführt und Mitarbeiter entlassen. In einigen Fällen haben Richter die Trump-Regierung angewiesen, eingefrorene Bundesmittel für Universitäten wieder freizugeben.

Trump hat zudem das Bildungsministerium personell stark geschwächt und viele seiner Aufgaben auf andere Behörden übertragen. Die neuen Kreditregeln zeigen, dass die Administration trotz juristischer Rückschläge weiterhin versucht, über Finanzierungshebel Einfluss auf das amerikanische Hochschulsystem auszuüben.

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