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USA kontrollieren Venezuelas Ölgeschäfte: Chevron erhält erweiterte Lizenz

Nach der Absetzung von Nicolás Maduro übernimmt die US-Regierung die Kontrolle über Venezuelas Ölverkäufe. Chevron soll eine erweiterte Produktionslizenz erhalten, während Erlöse über katarische Konten verwaltet werden.

USA kontrollieren Venezuelas Ölgeschäfte: Chevron erhält erweiterte Lizenz

Die US-Regierung hat angekündigt, die Ölverkäufe und Einnahmen Venezuelas auf unbestimmte Zeit zu kontrollieren. Diese weitreichende Maßnahme folgt auf die Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und markiert einen strategischen Wendepunkt in der US-Energiepolitik gegenüber dem südamerikanischen Land.

Chevron erhält erweiterte Produktionslizenz

Energieminister Chris Wright teilte Reuters mit, dass die USA mit Hochdruck daran arbeiten, dem Ölkonzern Chevron eine erweiterte Lizenz für die Ölproduktion in Venezuela zu erteilen. Die neue Lizenz soll es Chevron ermöglichen, die venezolanische Regierung mit Bargeld statt mit Rohöl für Lizenzgebühren und Steuern zu entschädigen. Bisher musste das Unternehmen einen Teil der Produktion als Sachleistung abführen, was die Exportkapazität auf etwa 50 Prozent reduzierte. Künftig könnte Chevron die gesamte Produktion selbst vermarkten.

Deutlich höhere Erlöse pro Barrel

Die USA planen, bis zu 50 Millionen Barrel "gestrandetes" venezolanisches Öl zu vermarkten. Wright erklärte, dass die USA nun deutlich höhere Preise erzielen können. Vor Maduros Absetzung erhielt Venezuela etwa 31 US-Dollar pro Barrel, basierend auf einem Brent-Preis von 60 Dollar abzüglich eines Abschlags von 29 Dollar. Aktuell kann das Rohöl mit einem Abschlag von nur 15 Dollar verkauft werden, was Einnahmen von 45 Dollar pro Barrel bedeutet. Am Freitag notierte Brent bei 64,13 Dollar pro Barrel.

Gelder werden über Katar abgewickelt

Die Erlöse aus den Ölverkäufen werden auf von der US-Regierung kontrollierten Bankkonten in Katar hinterlegt. Wright bezeichnete dies als pragmatische Lösung aufgrund von US-Bankvorschriften, bestehenden Sanktionen gegen Venezuela und dem Wunsch nach schneller Abwicklung. Langfristig strebt die US-Regierung jedoch an, die Gelder über amerikanische Banken abzuwickeln.

Quellen zufolge wurden die ersten 500 Millionen US-Dollar aus diesen Verkäufen bereits auf einem Treuhandkonto in Katar hinterlegt, als Teil eines angekündigten 2-Milliarden-Dollar-Abkommens. Von diesem Betrag sollen 300 Millionen Dollar an vier große private venezolanische Banken ausgeschüttet werden, jeweils etwa 75 Millionen Dollar pro Institut.

Entlastung für venezolanische Wirtschaft

Die venezolanischen Banken können die Dollar gemäß den Richtlinien der Zentralbank an einheimische Unternehmen weiterverkaufen, die Devisen für den Import von Rohmaterialien benötigen. Dies soll die seit Wochen angespannte Dollarnachfrage im Land lindern. Die Interimsvorsitzende Delcy Rodriguez bestätigte, dass die Öleinnahmen über die Zentralbank kanalisiert und dann über den Devisenmarkt an Privatbanken weitergeleitet werden. Ein Teil der Einnahmen ist für soziale Projekte und Infrastruktur vorgesehen.

Die Dollar-Zuflüsse könnten auch die Nutzung von Dollar-gebundenen Kryptowährungen wie USDT auf dem lokalen Markt reduzieren, die seit Mitte 2025 zugelassen sind. Im Jahr 2025 schwächte sich der Bolívar um 83 Prozent ab, was die Preissteigerungen im Land massiv beschleunigte.

Dementi zu SPR-Austauschplänen

Unabhängig von den Entwicklungen in Venezuela dementierte ein Sprecher des US-Energieministeriums am Freitag Berichte, wonach schweres venezolanisches Rohöl zum Auffüllen der Strategic Petroleum Reserve (SPR) genutzt werden solle. Die Nutzung venezolanischen Öls für die SPR sei "falsch", ein solcher Austausch werde derzeit nicht geplant.

Die SPR, der weltweit größte Notfallölvorrat in unterirdischen Salzkavernen an den Küsten von Texas und Louisiana, ist derzeit nur zu etwa 60 Prozent ihrer Gesamtkapazität gefüllt - rund 414 Millionen Barrel. Finanzielle Engpässe und laufende Wartungsarbeiten haben die Wiederauffüllung bisher begrenzt. Energieminister Wright hatte zuvor erklärt, dass die Trump-Administration alternative Ansätze zur Wiederauffüllung ohne direkte Staatsausgaben prüfe, einschließlich möglicher Vereinbarungen mit Privatunternehmen.

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