USA optimistisch bei Iran-Gesprächen – Waffenruhe unter Druck
Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran sollen in Pakistan stattfinden, doch erhebliche Hürden und das nahende Ende der Waffenruhe trüben die Aussichten.

Die Vereinigten Staaten zeigen sich zuversichtlich, dass die Friedensgespräche mit dem Iran in Pakistan wieder aufgenommen werden. Ein hochrangiger iranischer Beamter erklärte gegenüber Reuters, Teheran prüfe eine Teilnahme „positiv" – obwohl man diese zuvor ausgeschlossen hatte. Dennoch betonte er, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden sei.
US-Präsident Donald Trump verfolgt mit den Verhandlungen ein klares wirtschaftliches Ziel: Er will weitere Ölpreissteigerungen und Erschütterungen an den Aktienmärkten verhindern. Gleichzeitig beharrt er darauf, dass der Iran nicht über die Mittel zur Entwicklung einer Atomwaffe verfügen darf. Teheran hingegen hofft, seine Kontrolle über die strategisch bedeutsame Straße von Hormus als Druckmittel einzusetzen, um Sanktionserleichterungen zu erzielen – ohne das eigene Atomprogramm zu beeinträchtigen.
Eine an den Diskussionen beteiligte pakistanische Quelle äußerte sich am Dienstag unter der Bedingung der Anonymität optimistisch: „Die Dinge bewegen sich voran, und die Gespräche für morgen sind auf Kurs." Laut dieser Quelle könnte Trump persönlich oder virtuell teilnehmen, falls ein Abkommen unterzeichnet werden sollte.
Ölpreise reagieren auf Gesprächsoptimismus
Die Finanzmärkte reagierten sensibel auf die Entwicklungen. Die Ölpreise fielen im frühen asiatischen Handel am Dienstag, nachdem sie am Montag aufgrund von Zweifeln an den Gesprächen um rund 6 Prozent gestiegen waren. Die Futures für die Nordseesorte Brent sanken um 54 Cent oder 0,6 Prozent auf 94,94 US-Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) für Mai fiel um 1,11 Dollar oder 1,2 Prozent auf 88,50 Dollar. Gleichzeitig erholten sich die Aktienmärkte in der Erwartung einer Wiederaufnahme der Verhandlungen.
Die Straße von Hormus ist für die Weltwirtschaft von enormer Bedeutung: Über diese Meerenge wird üblicherweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasangebots abgewickelt. Eine anhaltende Blockade durch den Iran hätte damit weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung.
Zwischenfall mit iranischem Schiff belastet Verhandlungen
Trotz des vorsichtigen Optimismus blieben die Spannungen hoch. Das iranische Außenministerium verurteilte am Dienstag die USA für einen angeblichen Angriff auf das iranische Handelsschiff Touska am Wochenende und forderte die sofortige Freigabe des Schiffes sowie seiner Besatzung und deren Familien. Das US-Zentralkommando erklärte hingegen, die Besatzung der Touska habe wiederholte Warnungen über einen Zeitraum von sechs Stunden ignoriert und das Schiff habe gegen die US-Blockade verstoßen. Quellen für maritime Sicherheit gaben an, das Schiff habe wahrscheinlich Güter an Bord gehabt, die Washington als sogenannte Dual-Use-Güter einstuft – also Waren, die auch militärisch genutzt werden könnten.
Teheran reagierte mit scharfen Worten. „Der Iran wird alle seine Kapazitäten nutzen, um seine nationalen Interessen und seine Sicherheit zu verteidigen", hieß es laut iranischen Staatsmedien. Zugleich warnten iranische Vertreter, die USA würden „die volle Verantwortung für jede weitere Eskalation in der Region tragen." Auch China, der Hauptabnehmer von iranischem Rohöl, äußerte Bedenken über das „erzwungene Abfangen" des Schiffes.
Der iranische Chefunterhändler Mohammad Baqer Qalibaf warf Trump auf der Plattform X vor, den Druck durch eine Blockade iranischer Häfen zu erhöhen. Er erklärte, Trump irre sich in dem Versuch, „den Verhandlungstisch in einen Tisch der Unterwerfung zu verwandeln", und betonte, der Iran lehne Verhandlungen unter Drohungen ab.
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Zur AktienanalyseKrieg seit Februar – globale Wirtschaft unter Druck
Der Konflikt begann am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran sowie einer parallel durchgeführten israelischen Invasion im Libanon. Seitdem wurden Tausende Menschen getötet. Der Krieg löste einen historischen Schock für die weltweite Energieversorgung aus und schürte Befürchtungen, dass ein langwieriger Konflikt die Weltwirtschaft an den Rand einer Rezession treiben könnte.
Die USA haben ihre Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten, während der Iran seine eigene Blockade der Straße von Hormus zwischenzeitlich aufhob und kurz darauf wieder einführte. Trump erklärte dennoch selbstbewusst: „Sie werden verhandeln." Ob die Gespräche in Islamabad tatsächlich zu einem Durchbruch führen, bleibt angesichts der gegenseitigen Vorwürfe und der angespannten Lage offen.


