USA Rare Earth erwirbt Minderheitsbeteiligung an französischem Seltene-Erden-Verarbeiter Carester
Das US-Unternehmen stärkt seine globale Wertschöpfungskette und reduziert Chinas Dominanz bei Seltenen Erden.

USA Rare Earth hat eine Vereinbarung über den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an dem französischen Unternehmen Carester abgeschlossen. Die Transaktion stellt Mittel für den Ausbau einer Verarbeitungsanlage bereit, die noch in diesem Jahr eröffnet werden soll. Der Deal ist Teil der strategischen Bemühungen der USA und Europas, eine eigene Produktion von Seltenen Erden und Magneten aufzubauen.
Konkret haben USA Rare Earth und der französische Private-Equity-Fonds InfraVia endgültige Vereinbarungen über den Kauf von Beteiligungen in Höhe von jeweils 13,6 Prozent an dem in Privatbesitz befindlichen Unternehmen Carester unterzeichnet. Angaben zum endgültigen Kaufpreis wurden nicht gemacht. Im April hatte USA Rare Earth jedoch mitgeteilt, sich auf die Zahlung von 40 Millionen Euro (rund 45,57 Millionen US-Dollar) für eine Beteiligung an Carester geeinigt zu haben.
Strategische Bedeutung: Unabhängigkeit von China
Der Hintergrund des Deals ist geopolitisch brisant: China kontrolliert derzeit rund 90 Prozent der weltweiten verarbeiteten Produktion von Seltenen Erden. Diese Mineralien sind für die Energiewende, Elektronik und die Verteidigung von entscheidender Bedeutung. Westliche Staaten und Unternehmen arbeiten daher intensiv daran, alternative Lieferketten aufzubauen und die Abhängigkeit von Peking zu verringern.
„Die Integration der Kapazitäten von Carester in unsere globale Plattform bietet zusätzliche fortschrittliche Verarbeitungsoptionen innerhalb unserer integrierten Wertschöpfungskette", erklärte USA Rare Earth. Die Vereinbarung mit Carester ermöglicht es dem US-Unternehmen, Oxid-Erzeugnisse aus dem französischen Werk zu beziehen. Im Gegenzug erhält Carester Zugang zu Material aus der Serra-Verde-Mine in Brasilien, die USA Rare Earth im April für 2,8 Milliarden US-Dollar zu erwerben zugestimmt hatte.
Anlage in Frankreich und Fokus auf schwere Seltene Erden
Carester baut derzeit eine Anlage für Magnetrecycling und die Trennung schwerer Seltener Erden in Lacq, Frankreich. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant. Schwere Seltene Erden sind für die Herstellung von Hochleistungsmagneten unerlässlich, könnten jedoch laut Analysten angesichts der erwarteten Knappheit schwierig zu beschaffen sein.
Im Juni hatte USA Rare Earth zudem signalisiert, dass zusätzliche Investitionen in Frankreich getätigt werden könnten, die 175 Millionen Euro übersteigen könnten. Dies unterstreicht das langfristige Engagement des Unternehmens auf dem europäischen Markt.
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Zur AktienanalyseMilliardenschwere US-Finanzierung im Rücken
USA Rare Earth verfügt über eine solide finanzielle Basis für seine Expansionspläne. Im Januar vereinbarte das Unternehmen ein Finanzierungspaket aus Fremd- und Eigenkapital in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar mit der US-Regierung. Darüber hinaus betreibt USA Rare Earth eine Magnetproduktionsstätte in Stillwater, Oklahoma, deren Betrieb voraussichtlich noch in diesem Jahr aufgenommen wird.
Die Kombination aus der brasilianischen Mine, der französischen Verarbeitungsanlage und der US-amerikanischen Magnetproduktion zeigt, wie USA Rare Earth eine vollständig integrierte Wertschöpfungskette für Seltene Erden aufbaut – von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Magneten. Für europäische und amerikanische Industrien, die auf diese Materialien angewiesen sind, könnte dies mittelfristig eine wichtige Alternative zur chinesischen Dominanz darstellen.


